Astronomer haben nach der Analyse von Daten des James-Webb-Weltraumteleskops den Schluss gezogen, dass der Exoplanet WASP-17b, der sich etwa 1.000 Lichtjahre von der Erde entfernt befindet, nicht perfekt kugelförmig ist: Seine Form ist leicht länglich und erinnert an ein Ei. Der Planet gehört zur Klasse der heißen Jupiter — Gasriesen, die in sehr geringem Abstand zu ihrem Stern kreisen. Unter solchen Bedingungen können starke Gezeitenkräfte den Körper des Planeten deutlich verformen, was nach Einschätzung der Forscher in der festgehaltenen Form zum Ausdruck kommt.
Wie die Form durch den Transit gemessen wurde
Die Methode zur Formbestimmung basiert auf der Beobachtung eines Transits — dem Vorbeiziehen des Planeten vor der Scheibe seines Heimatsterns. Die Wissenschaftler verfolgten, wie sich die Helligkeit des Sterns während des gesamten Transits veränderte, und berechneten aus diesen Daten den Abstand vom Zentrum des Planeten zu seinem Rand in verschiedene Richtungen. Der Vergleich dieser Werte ergab eine systematische Abweichung von WASP-17b von einer idealen Kugelform und charakterisierte ihn als länglich.
Gezeitenkräfte und theoretische Modelle
Die registrierte Deformation stimmt mit theoretischen Modellen von Gasriesen überein, die starken Gezeitenkräften ausgesetzt sind. Mehrere Faktoren können gleichzeitig die Form des Planeten beeinflussen: die Nähe zum Stern, die gezeitensynchrone Rotation und die interne atmosphärische Zirkulation. Gleichzeitig betonen die Autoren, dass allein durch Transitbeobachtungen der Beitrag der einzelnen Mechanismen zur endgültigen Form nicht eindeutig getrennt werden kann.
Bedeutung für die Astrophysik
Das Ergebnis zeigt, dass die Daten des James-Webb-Teleskops es ermöglichen, nicht nur Exoplanetenatmosphären, sondern auch deren globale Form zu untersuchen. Dieser Ansatz eröffnet die Möglichkeit, Modelle zum inneren Aufbau von Gasriesen präziser zu überprüfen und herauszufinden, wie die Nähe zu einem Stern ihre physikalischen Eigenschaften beeinflusst. Für die weitere Arbeit wird der Abgleich von Transitmessungen mit anderen Beobachtungsmethoden erforderlich sein, um Gezeiten- und Atmosphäreneffekte zu trennen.