In Tscheboksary, tausend Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, detonierten Explosionen. Am Tag des 29. Mai weckten Sirenen zur Warnung vor Raketenangriffen die Bewohner der Stadt. In sozialen Medien und lokalen Telegram-Kanalen wurden Aufnahmen von Rauch über Industriegebieten verbreitet, und im Flughafen wurden Flüge abgesagt und Passagiere evakuiert.

Die offiziellen Behörden versuchen, die Situation zu beschwichtigen: Der Bürgermeister von Tscheboksary, Stanislav Trofimov, bezeichnete die Berichte über Explosionen als falsch. Die tatsächliche Situation spricht jedoch das Gegenteil aus – dies ist bereits nicht der erste Angriff auf ein strategisches Objekt in der Region.

Ziel des Angriffs: Das Herz der militärischen Elektronik

Im Zentrum der Ereignisse stand das Werk „WNIIR-Progress“, das Teil des Produktionsverbunds „ABS Elektro“ ist. Dieses Unternehmen ist ein Schlüsselspieler bei der Herstellung von Navigationsmodulen für die russische Armee. Hier werden Empfänger und Antennen für die Systeme GLONASS, GPS und Galileo produziert, insbesondere die berühmten Module vom Typ „Komet“.

Diese Komponenten sind das „Gehirn“ für die gefährlichsten Waffen:

  • Kamikaze-Drohnen vom Typ „Schahed“;
  • Ballistische Raketen der Systeme „Iskander-M“;
  • Kreuzfahrtraketen „Kalibr“;
  • Gleitbomben UMPK.

Zusätzlich versorgt das Werk die russische Flotte mit Elektrotechnik, einschließlich atomgetriebener U-Boote vom Typ „Jasen-M“.

Geschichte der Angriffe: Von Brand bis Produktionsstillstand

In der Nacht zum 5. Mai hatten ukrainische Drohnen bereits einen Angriff auf dasselbe Unternehmen geführt. Damals brach auf dem Werksgelände ein großer Brand aus, wie zahlreiche Fotos und Videos im Internet zeigten. Dies ist kein Einzelfall: Das Objekt wurde im Sommer und im November des vergangenen Jahres ebenfalls angegriffen. Nach den vorherigen Angriffen wurde die Arbeit des Werks vorübergehend aufgrund von Bränden eingestellt.

Die Ereignisse des 29. Mai bestätigen, dass Angriffe auf russische industrielle Zentren im Hinterland zunehmend systematisch werden. Selbst im tiefen Hinterland, wo es einst sicher schien, ertönen nun Sirenen, und Fabriken, die Waffen für den Krieg produzieren, werden zu prioritären Zielen.