Am Donnerstag, dem 25. Juni, entbrannte im Informationsraum eine neue Welle von Gerüchten über einen Verstoß gegen den ukrainischen Luftraum. Der beliebte Flugverfolgungsdienst Flightradar24 zeigte eine Route, die anscheinend darauf hindeutete, dass ein Frachtflugzeug der belarussischen Fluggesellschaft, ein Il-62, in Richtung der Region Tschernihiw gestartet und angeblich die ukrainisch-moldauische Grenzkontrolle überschritten hatte.
Doch diese alarmierende Nachricht wurde schnell widerlegt. Der Berater des ukrainischen Verteidigungsministers, Sergei „Flash“ Beskrestnov, erklärte, dass die Informationen über das Eindringen des belarussischen Linienflugzeugs falsch seien.据 ihm zufolge habe das Zentrum für Flugverkehrskontrolle Daten von den Militärs erhalten: Kein Flugzeug der belarussischen Fluggesellschaft habe die Staatsgrenze der Ukraine überschritten.
Systemfehler oder vorsätzliche Desinformation?
Der Experte vermutete, dass die auf der Flightradar24-Karte angezeigte Route das Ergebnis eines technischen Fehlers im System sei. „Diese Informationen entsprechen nicht den Tatsachen“, betonte Beskrestnov in seinem Telegram-Kanal. „Kein Flugzeug ist in den ukrainischen Luftraum eingedrungen“.
Die Situation mit falschen Flugrouten auf Flugkarten ist für den aktuellen Zeitraum nicht einzigartig. Unter Bedingungen hoher Spannungen werden jegliche Anomalien in der Funktion von Navigationssystemen sofort als potenzielle Bedrohungen oder militärische Provokationen interpretiert.
Kontext: Vorherige Vorfälle und Infrastruktur
Die Ereignisse vom 25. Juni haben teilweise Ähnlichkeiten mit einem Vorfall vom 29. September 2024. Damals berichteten die Luftstreitkräfte der ukrainischen Streitkräfte über einen wahrscheinlichen Überflug des ukrainischen Luftraums durch ein belarussisches Schulungs- und Kampfflugzeug vom Typ Jak-130. Dieser Vorfall löste Besorgnis in Kiew und den nördlichen Regionen des Landes aus, und Experten betrachteten ihn als eine mögliche von Russland organisierte Provokation unter Beteiligung von Belarus.
Neben den Vorfällen im Luftraum liegt der Fokus auch auf der Bodeninfrastruktur. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtete zuvor, dass auf dem Territorium von Belarus in jüngster Zeit die Relaisstationen außer Betrieb genommen wurden, die zuvor von Russland zur Steuerung von „Schahed“-Kamikaze-Drohnen bei Angriffen auf ukrainische Städte genutzt wurden.
Gleichzeitig, so der Staatsoberhaupt, wird in Belarus unter dem Einfluss Russlands weiterhin Infrastruktur in unmittelbarer Nähe zur ukrainischen Grenze errichtet, was weiterhin Gegenstand der sorgfältigen Beobachtung durch die ukrainischen Behörden und das Militär bleibt.