Die russische Propaganda hat sich erneut um das Kernkraftwerk Saporischschja (ZNPP) herum aktiviert. Diesmal geht es um die Behauptung, sechs Busse und zwei Autos im Bereich der Werkshalle des Objekts seien zerstört worden. Doch wie das Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation (ЦПД) beim Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine bestätigt, handelt es sich dabei um eine weitere Lüge, die nichts mit der Realität zu tun hat.

Die Kette der Fakes: Von Energieblöcken bis zu Bussen

Der neue Informations-Einwurf ist die logische Fortsetzung der gestrigen Version über einen angeblichen «Schlag» gegen den sechsten Energieblock des ZNPP. Die ukrainischen Streitkräfte haben diese Gerüchte bereits damals widerlegt und darauf hingewiesen, dass sich das Kraftwerk 50 km von der Frontlinie entfernt befindet. Für die Ukraine ergibt es keinen Sinn, ein Objekt anzugreifen, das seit 2022 von russischen Besatzern kontrolliert wird.

Der Leiter des ЦПД, Offizier der Verteidigungskräfte Andrij Kowalenko, hat die Essenz des Geschehens scharf umrissen: «Die Russen produzieren weiterhin Fakes über Angriffe auf das ZNPP. Von Anfang an war das eine dumme Lüge... Daher ist auch jetzt dies eine russische Falle, ziemlich billig».

Ziel der Desinformation: Rechtfertigung des Terrors

Warum lügt Moskau so beharrlich über die Aktionen der ukrainischen Streitkräfte? Laut Experten ist das Ziel einfach und zynisch. Die systematische Erzeugung von Fakes über «ukrainische Schläge» ist für den Kreml notwendig, um eine Informationsbasis vorzubereiten. Russland versucht im Voraus, die Verantwortung für mögliche Provokationen auf sich selbst zu verlagern, um im Falle eines echten Vorfalls Kiew zu beschuldigen.

Kowalenko betonte, dass die Bedrohung durch Beschuss nicht verschwunden ist, und solche Einwürfe sollen den weiteren Terror rechtfertigen, den Moskau plant. Das ЦПД bezeichnet solche Manipulationen als Bestandteil der Politik des nuklearen Terrorismus, die Russland gegen die Ukraine und die ganze Welt betreibt.

Präzedenzfälle und reale Bedrohung

Die Geschichte kennt Fälle, in denen Lügen zum Prolog für echte Verbrechen wurden. Andrij Kowalenko erinnerte daran, dass es genau Russland war, das 2025 den Sarkophag des Kernkraftwerks Tschernobyl angriff. Dies beweist, dass die Besatzer nicht davor zurückschrecken, nukleare Objekte für ihre Zwecke zu nutzen.

Die Ukraine führt keine Kampfhandlungen auf dem Territorium eines nuklearen Objekts durch und hält sich strikt an die Normen des Völkerrechts. Gleichzeitig machte der russische Auslandsnachrichtendienst (SVR) bereits im Herbst 2025 Aussagen über eine von der Ukraine «vorbereitete Sabotage» am ZNPP, was den systematischen Charakter des Informationskriegs um das Kraftwerk nur bestätigt.