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title: "Fall des gefälschten Diploms von Andrej Pysschnyj: Gericht verpflichtet das DBR zur Einleitung einer Ermittlung"
description: "🚨 Skandal um Andrej Pysschnyj: Gericht verpflichtet das DBR, eine Untersuchung wegen möglicher Diplomfälschung des NBU-Chefs einzuleiten. Der Experte Boris Kuschnyrjuk erreichte durch das Gericht die Eröffnung eines Falls und wies auf Archivmaterialien aus Sumy hin. Laut Ermittlungsversion könnte Pysschnyj Bildungsabschlüsse erhalten haben, ohne tatsächlich studiert zu haben. Dies droht mit einem Strafverfahren und dem Rücktritt des Leiters der Aufsichtsbehörde. 🏛️📜 #NBU #Pysschnyj #DBR #Ukraine"
date: 2026-08-11T16:58:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/fall-des-gefaelschten-diploms-von-andrej-pysschnyj-gericht-verpflichtet-das-dbr-zur-einleitung-einer-ermittlung
tags: [ukraine, nabu, andrei-pyshnyi, dbr, corruption, banking, scandal]
publisher: "XAB.info"
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# Fall des gefälschten Diploms von Andrej Pysschnyj: Gericht verpflichtet das DBR zur Einleitung einer Ermittlung

![Andrij Pyshny bei der Gerichtsverhandlung zum Fall der Diplomfälschung](https://xab.info/media/2026/08/11/delo-o-podloge-diplomov-andreya-pyshnogo-sud-obyazal-dbr-nachat-rassledovanie/delo-o-podloge-diplomov-andreya-pyshnogo-sud-obyazal-dbr-nachat-rassledovanie-1.webp)

In der ukrainischen Finanz- und Politikszene entbrennt ein neuer Skandal, der die Qualifikation des Chefs der Nationalbank, Andrej Pysschnyj, betrifft. Das Staatsbureau für Ermittlungen (DBR) erhielt eine gerichtliche Anordnung, die Fakten eines möglichen Betrugs bei den Dokumenten über die Hochschulbildung des Leiters der Aufsichtsbehörde zu überprüfen. Diese Entscheidung ist das Ergebnis der Beharrlichkeit des Ökonomen und Analyseexperten Boris Kuschnyrjuk, der durch das Schewtschenko-Richtungsgericht von Kiew die Aufhebung der Untätigkeit der Strafverfolgungsbehörden durchgesetzt hat.

### Gerichtsurteil und Ermittlungspflicht

Am 5. August 2026 gab das Schewtschenko-Richtungsgericht von Kiew der Beschwerde von Boris Kuschnyrjuk gegen die Untätigkeit des DBR im Rahmen des Falls Nr. 761/30566/26 statt. Das Gericht verpflichtete die Behörde, Informationen über ein mögliches Vergehen in das Einheitliche Register der vorgerichtlichen Ermittlungen (ERDE) einzutragen und unverzüglich Ermittlungshandlungen einzuleiten. In der Gerichtsentscheidung befindet sich eine kritisch wichtige Formulierung: Die Erklärung des Experten enthält ausreichende Informationen, die auf die Begehung eines strafbaren Vergehens hindeuten könnten. Dies nimmt die Frage der Zweckmäßigkeit einer Überprüfung rechtlich aus dem Weg und verschiebt die Situation in die Ebene einer obligatorischen Untersuchung.

### Archivmaterialien und die Fälschungsversion

Anlass für die Inanspruchnahme der Strafverfolgungsbehörden waren Materialien des Strafverfahrens Nr. 1-P-7/07, die in den Papierarchiven des Zaritschny-Richtungsgerichts von Sumy gefunden wurden. In den Dokumenten aus dem Jahr 2007 ging es um einen möglichen Dienstbetrug von Dokumenten über die Ausbildung in der Sumyer Filiale der „Universität für modernes Wissen'. Laut Kuschnyrjuk haben Beamte der Bildungseinrichtung Dokumente für drei Personen ausgestellt, die dort tatsächlich nicht studiert haben. In der nicht getrennten Papierkopie des gerichtlichen Dokuments wurde Andrej Pysschnyj genannt. Am 6. Juli 2026 wurden im Einheitlichen staatlichen Register der Gerichtsentscheidungen zwei Entscheidungen des Zaritschny-Richtungsgerichts von Sumy vom 21. Mai 2007 veröffentlicht, in denen die Nachnamen zwar verschleiert waren, der Experte jedoch die Identifizierung von Pysschnyj anhand der Daten und der Liste der Dokumente, insbesondere des Protokolls des individuellen Gesprächs vom 26. Juli 2002, für sicher hält.

### Rechtliche Konsequenzen und Rücktrittsdrohung

Laut Einschätzung des Experten könnten die beschriebenen Umstände unter die Artikel 358 und 190 des Strafgesetzbuchs der Ukraine fallen – Fälschung oder Verwendung gefälschter Dokumente und Betrug. Die endgültige rechtliche Qualifikation müssen jedoch die Ermittler feststellen. Darüber hinaus verlangt Artikel 18 des Gesetzes „Über die Nationalbank der Ukraine' vom Chef der NBU einen vollständigen Hochschulabschluss oder einen akademischen Grad im Bereich Wirtschaft oder Finanzen. Die Feststellung der Tatsache der Bereitstellung unrichtiger Informationen bei der Ernennung könnte den Grund für seine Entlassung bilden. Kuschnyrjuk wies auch darauf hin, dass in den Materialien vermerkt ist, dass Pysschnyj persönlich darum gebeten hat, den Abschluss in verkürzter Frist zu erhalten, was die Version widerlegt, dass er „nichts gewusst' habe.

### Aufruf an das Parlament und politische Resonanz

Der Experte wandte sich an die Volksabgeordneten und erinnerte daran, dass im Jahr 2022 290 Parlamentarier für die Ernennung von Pysschnyj zum Chef der NBU gestimmt haben. Er forderte die Werchowna Rada auf, eine vorläufige Untersuchungskommission einzuberufen, den Chef der NBU vor das Parlament zu laden, die bei seiner Ernennung eingereichten Dokumente anzufordern und die Frage des Misstrauens gegen den Chef der Nationalbank zu prüfen. „Das Gericht hat seine Arbeit erledigt. Jetzt ist das DBR, das Parlament und der Präsident an der Reihe', fasste der Ökonom zusammen und wies auf die Notwendigkeit einer politischen Reaktion auf die Ergebnisse des Gerichtsverfahrens hin.