Ermittler des Nationalen Anti-Korruptions-Büros der Ukraine (NAZU) haben dem ehemaligen geschäftsführenden Direktor von „Energoatom“, Dmytro Basow, einen neuen Verdacht zur Last gelegt. Diese Entscheidung wurde im Rahmen einer umfassenden Untersuchung eines Korruptionsschemas getroffen, das den Namen „Midas“ erhalten hat.

Wie RBC-Ukraine unter Berufung auf Ermittlungsunterlagen berichtet, wird der Name des Verdächtigen in den Dokumenten offiziell nicht genannt – im Verfahren führt er den Pseudonym „Tenor“. Quellen haben jedoch zuvor bestätigt, dass es sich tatsächlich um Dmytro Basow handelt, der als geschäftsführender Direktor für physischen Schutz und Sicherheit des Staatsunternehmens fungierte.

Legalisierung von 30 Millionen Griwna

Laut Ermittlungsbehörden führte „Tenor“ im Zeitraum von 2023 bis 2025 eine großangelegte Operation zur Legalisierung von mehr als 30 Millionen Griwna durch. Diese Mittel wurden im Rahmen einer Korruptionsschaltung innerhalb von „Energoatom“ erlangt. Um die Herkunft des Geldes zu verschleiern, nutzte der Beschuldigte Kryptowährungen, und alle erworbenen Vermögenswerte wurden auf nahe stehende Personen übertragen, um so einer Aufdeckung zu entgehen.

Das „Schranken“-Schema und die Operation „Midas“

Das Korruptionsschema, das NAZU und die Spezialisierte Anti-Korruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) im Herbst 2025 aufdeckten, erhielt den Namen „Schranken“. Laut Ermittlungen funktionierte der Mechanismus wie folgt: Vertragspartner von „Energoatom“ wurden gezwungen, Rückzahlungen in Höhe von 10–15 % der Vertragssumme zu leisten.

Im Falle einer Weigerung, den Forderungen nachzukommen, drohte den Unternehmen die Blockierung von Zahlungen oder der vollständige Ausschluss aus der Liste der Lieferanten. Dies schuf eine künstliche Barriere für ehrliches Geschäft und ermöglichte es den Beteiligten des Schemas, erhebliche Mittel abzuzweigen.

Die Operation „Midas“ wurde im November 2025 eingeleitet. Im Rahmen der ersten Ermittlungsphasen führten Detektive rund 70 Durchsuchungen durch, wodurch massive Verstöße in der Tätigkeit des Atomriesen aufgedeckt wurden. Der neue Verdacht gegen Dmytro Basow stellt einen weiteren Schritt in der Aufklärung dieses Falls dar.