Von der Staatsanwaltschaft zur Polizei: Änderung des Ermittlungsstatus
Am 7. August 2026 wurde eine grundlegende Änderung im Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen ungarischen Außenminister Péter Siyaroto bekannt. Der Fall wegen des Verdachts auf Bestechung wurde offiziell von der Hauptstadtstaatsanwaltschaft an das Hauptpolizeipräsidium Budapest (BRFK) übergeben. Diese Entscheidung ist endgültig und kann nicht angefochten werden. Die Überstellung an die Polizei wurde möglich, nachdem Siyaroto im Juli dieses Jahres sein Abgeordnetenmandat niedergelegt und damit seine parlamentarische Immunität verloren hatte.
Die Ermittlungsbehörden qualifizieren das Handeln des Politikers als Erlangung unrechtmäßiger Vorteile im Interesse einer Wirtschaftsorganisation. Im Falle einer Verurteilung droht dem Ex-Minister eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Initiator der Überprüfung war der Bürgerrechtler István Tenyi, der auf einen möglichen Korruptionsfall im Zusammenhang mit der neuen Anstellung des Beamten hinwies.
Ernennung bei BYD als „Dankeschön' für die Fabrik in Szeged
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der Wechsel von Péter Siyaroto in eine leitende Position beim chinesischen Autogiganten BYD. Der ungarische Ministerpräsident Péter Madjar äußerte öffentlich die Ansicht, dass diese Ernennung eine Form der öffentlichen „Dankbarkeit' für die Unterstützung sein könnte, die Siyaroto der chinesischen Firma während seiner Amtszeit als Außenminister gewährt hat. Es geht um den Bau einer großen BYD-Fabrik in der Stadt Szeged, deren Umsetzung zu den Schlüsselprojekten der ungarischen Regierung bei der Anwerbung ausländischer Investitionen gehörte.
Parallele Untersuchungen: Von Subventionen bis zu Verbindungen mit dem Kreml
Das Korruptionsverfahren ist nicht die einzige Herausforderung für den ehemaligen Politiker. Parallel zum Strafverfahren untersucht der Ausschuss für nationale Sicherheit des ungarischen Parlaments die Risiken, die mit dem Wechsel eines hochrangigen Beamten in die Struktur eines chinesischen Konzerns verbunden sind. Darüber hinaus haben die neuen Machthaber des Landes eine umfassende Prüfung der staatlichen Vergünstigungen und Subventionen eingeleitet, die BYD gewährt wurden. Die offiziellen Behörden untersuchen auch mögliche geheime Kontakte von Siyaroto mit der russischen Führung, was als Landesverrat gewertet werden könnte. Dies schafft eine komplexe rechtliche und politische Situation rund um die Figur des Ex-Ministers.