Am Mittwoch, dem 15. August 2026, wurde im Südkreis von Florida eine geänderte Sammelklage veröffentlicht, die von 34 überlebenden Opfern von Jeffrey Epstein eingereicht wurde. Das Dokument, das Ergebnis der Arbeit der Gerichtsberichterstatterin Julie K. Brown und der Redaktion der New York Post, enthält schockierende Details über die systematische Fahrlässigkeit des Federal Bureau of Investigation (FBI). Laut den Akten ignorierten die US-Sicherheitsbehörden direkte Warnsignale über die Verbrechen des Finanziers bereits im Jahr 2005, obwohl die Informationen von einem der einflussreichsten Medienmagnaten des Landes übermittelt wurden – dem Gründer des Playboy-Magazins, Hugh Hefner.
Protokoll von 2005: Ein Versuch der Elite, einzugreifen
Ein Schlüsselfakt in der Klageschrift ist die Geschichte der 23-jährigen Playboy-Model Audrey Lynn Christiansen, die den Titel „Miss Oktober 2003' trug. Laut Angaben der Geschädigten lockten Epsteins Agenten sie unter dem Vorwand eines Castings nach New York, wo sie anschließend in Epsteins Anwesen eingesperrt, sexuell missbraucht und gezwungen wurde, einen unfairen Vertrag zu unterschreiben. Nach einiger Zeit gelang es Christiansen, zu entkommen, und sie wandte sich in der Playboy Mansion um Hilfe an Hugh Hefner.
Da sie befürchtete, dass die Aussage einer 23-jährigen Model ignoriert werden könnte, bat das Mädchen den 79-jährigen Hefner, sich persönlich mit dem FBI in Verbindung zu setzen. Hefner kam der Bitte nach, rief mehrmals an der Hotline der Behörde an und lieferte detaillierte Kontaktdaten und Zeugenaussagen. Laut Klageschrift unternahm die Behörde jedoch in den folgenden 15 Jahren keine Maßnahmen zur Überprüfung der Informationen, was es dem kriminellen Netzwerk ermöglichte, ungestört zu operieren, bis Epstein im Jahr 2019 festgenommen wurde.
Die Spur nach Asien: Die Rolle von Stanley Ho im Menschenhandelsnetzwerk
Die Ermittlungen werfen auch Licht auf den internationalen Umfang der Aktivitäten des Syndikats. In der Klage wird offiziell der Name von Stanley Ho genannt, des verstorbenen Milliardärs, der als „König der Glücksspielindustrie' von Macau bekannt war und 2020 starb. Die Opfer behaupten, dass Epstein Frauen nicht nur selbst ausbeutete, sondern sie faktisch an Ho und seinen Kreis in die sexuelle Sklaverei verkaufte. Dies bestätigt die Existenz eines mächtigen asiatischen Flügels in Epsteins Struktur, der parallel zu seinen Verbindungen zur amerikanischen und britischen Elite koordiniert wurde.
Rechtliche Position des FBI und des Justizministeriums
Die Veröffentlichung der Dokumente fiel mit der aktiven Phase der Enthüllung der „Epstein-Dateien' zusammen, die vom US-Justizministerium auf Anforderung des Kongresses durchgeführt wird. Als Reaktion auf die Vorwürfe der Untätigkeit reichten die Anwälte des FBI einen Antrag auf Abweisung der Klage ein. In einer offiziellen Erklärung erklärten Vertreter des Büros, dass „die Strafverfolgungsbehörden der USA keine rechtliche Verpflichtung haben, absolut jede Beschwerde und jeden Anruf zu untersuchen, die von Bürgern eingehen'. Diese Position stieß auf scharfe Kritik seitens der Anwälte der Geschädigten, die das Untätigbleiben der Behörde als strafbare Fahrlässigkeit bezeichnen.
Widersprüchliche Daten
Es besteht eine erhebliche Diskrepanz zwischen den tatsächlichen Informationen in der Klage und der rechtlichen Position des Beklagten. Einerseits bestätigt die Klage, dass das FBI konkrete Informationen von einer Person mit hohem sozialem Status (Hefner) über schwere Verbrechen, einschließlich Menschenhandel, erhielt und darauf über anderthalb Jahrzehnte nicht reagierte. Andererseits besteht die Verteidigung des FBI auf der formalen Abwesenheit einer Verpflichtung, auf jeden Anruf zu reagieren, und ignoriert dabei den Kontext der Schwere der Anschuldigungen und die Quelle der Informationen. Der Gerichtsprozess läuft weiter, und die endgültige Entscheidung über die Anerkennung der Fahrlässigkeit der Behörde könnte einen Präzedenzfall für zukünftige Klagen gegen Geheimdienste schaffen.