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title: "Ferrexpo stoppt die Produktion in der Ukraine: Beschussbedrohungen und Liquiditätskrise"
description: "Das Bergbauunternehmen Ferrexpo hat die Produktion von Eisenerzprodukten in der Ukraine aufgrund von Beschussbedrohungen der Häfen und eines Mangels an Umlaufvermögen eingestellt. Der Export über das Schwarze Meer ist eingeschränkt, und die aktuellen Geldreserven des Unternehmens reichen ohne neue Investitionen nur bis Mitte 2026. 🏭🚫📉"
date: 2026-08-05T11:16:01.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/ferrexpo-stoppt-die-produktion-in-der-ukraine-beschussbedrohungen-und-liquiditatskrise
tags: [ferrexpo, ukraine, poltava-gok, black-sea, mining]
publisher: "XAB.info"
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# Ferrexpo stoppt die Produktion in der Ukraine: Beschussbedrohungen und Liquiditätskrise

![Hafen Odessa mit ukrainischen Flaggen auf Schiffen, die den Exportstopp und die Krise in der Metallurgiebranche aufgrund von Beschussdrohungen symbolisieren](https://xab.info/media/2026/08/05/ferrexpo-priostanavlivaet-proizvodstvo-v-ukraine-ugrozy-obstrelov-i-krizis/ferrexpo-priostanavlivaet-proizvodstvo-v-ukraine-ugrozy-obstrelov-i-krizis-1.webp)

Der Bergbaukonzern Ferrexpo, der über Schlüsselvermögen in der Ukraine verfügt, hat die beispielhafte Entscheidung getroffen, die Produktion von Eisenerzprodukten vorübergehend einzustellen. Das Schweizer Unternehmen, dessen Hauptvermögen sich auf dem Territorium der Ukraine befindet, muss den Betrieb seiner Anlagen aufgrund einer kritischen Situation in der Logistik und Sicherheitsbedrohungen im Schwarzen Meer einstellen.

### Logistisches Sackgasse und Sicherheitsbedrohungen

Der Hauptgrund für die Stilllegung ist die Unmöglichkeit eines sicheren Exports. Wie aus der offiziellen Börsenmitteilung hervorgeht, haben die Bedrohung durch Angriffe im Bereich der ukrainischen Häfen und der umliegenden Gewässer die Logistikrouten des Konzerns erheblich eingeschränkt. Der Export über das Schwarze Meer, der als wichtiger Absatzkanal diente, ist aufgrund der militärischen Handlungen praktisch unmöglich geworden.

Die Situation wurde durch einen kürzlich stattgefundenen Vorfall mit einem zivilen Schiff verschärft, das Pellets von Ferrexpo transportierte. Das Schiff wurde von russischer Seite beschossen. Trotz der Schäden konnte das treibende Schiff gefunden und aus der Gefahrenzone der Kampfhandlungen geborgen werden. Derzeit wird es auf einem Schlepper in den nächsten Hafen zur technischen Inspektion und Bewertung des Ladungszustands geschleppt.

Der Vorstandsvorsitzende des Poltawaer Erzbergwerks, Wiktor Lotosch, hatte den Wert der Ladung auf dem beschädigten Schiff zuvor auf 5–6 Millionen US-Dollar geschätzt. Es bestand ein reales Risiko des Verlusts des Schiffes, wenn es in Richtung des vorübergehend besetzten Krim treiben würde. Zuvor hatte das Unternehmen die Seeverladung aus den Häfen des Großen Odessa bereits nach einem Angriff auf ein Schiff mit Pellets-Ladung, bei dem eine Besatzungsmitglied getötet wurde, eingestellt.

### Finanzielle Risiken und Planungshorizont

Neben den logistischen Problemen steht das Unternehmen vor der Notwendigkeit, sein Umlaufvermögen zu erhalten. In der Erklärung von Ferrexpo wird betont, dass die Einstellung der Produktion eine Maßnahme zur Kapitalerhaltung in unsicheren Zeiten ist. Derzeit erfüllt das Unternehmen weiterhin seine Verpflichtungen gegenüber europäischen Kunden, indem es Produkte aus den vorhandenen Lagerbeständen liefert.

Die Wiederherstellung des vollständigen Produktionszyklus hängt jedoch vollständig von der Mobilisierung zusätzlicher Finanzierung ab. Laut Berechnungen des Unternehmens reichen die aktuellen Mittel bei fehlenden neuen Investitionen und einer Erweiterung des Geldreserves nur bis Mitte September 2026.

### Rückgang der Fördermengen

Die Auswirkungen des Krieges und der logistischen Einschränkungen haben sich bereits auf die operativen Kennzahlen des Konzerns ausgewirkt. Die Statistik für das erste Halbjahr 2026 zeigt einen erheblichen Rückgang der Aktivität:

    - In den Monaten Januar bis Juni 2026 produzierte Ferrexpo 1,38 Millionen Tonnen Pellets, was einem Rückgang von 36 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht.

    - Am Ende des gesamten Jahres 2025 sank die Produktion um 47 % auf 3,22 Millionen Tonnen.

    - Im zweiten Quartal 2026 konnte zwar ein vorübergehender Produktionsanstieg von 64 % gegenüber dem ersten Quartal (auf 860,2 Tausend Tonnen) erzielt werden, der allgemeine Trend bleibt jedoch negativ.

Zur Struktur des Konzerns gehören 100 % der Aktien der JSC „Poltawaer Erzbergwerk', 100 % der LLC „Jeristowskij Erzbergwerk' und 99,9 % der LLC „Bilanowskij Erzbergwerk'. Die Stilllegung dieser Kapazitäten gefährdet nicht nur die Exportpläne des Unternehmens, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität in den Regionen, in denen es tätig ist.