In Wien ist ein internationaler Skandal ausgebrochen, nachdem österreichische Strafverfolgungsbehörden Mychajlo Tatsch, den Leiter der Investigativabteilung des ukrainischen Mediums Ukrajinska Prawda, und seinen Kameramann Jaroslav Bondarenko festgenommen hatten. Der Vorfall ereignete sich am 8. Oktober 2026, während die Journalisten einen redaktionellen Auftrag erfüllten. Vertreter des Mediums und ukrainische Diplomaten reagierten umgehend und forderten von den Wiener Behörden offizielle Erklärungen und die Freilassung der Mitarbeiter.
Haltung der Wiener Staatsanwaltschaft und Freilassung von Tatsch
Später gab die Wiener Staatsanwaltschaft offiziell bekannt, dass sich die Spionageverdächtigungen gegen den Journalisten Mychajlo Tatsch nicht bestätigt hätten. Er wurde am Freitag um 4:00 Uhr morgens aus der Haft entlassen, nachdem er etwa zwölf Stunden festgehalten worden war. Wie Nina Bussek, Sprecherin der Wiener Staatsanwaltschaft, erklärte, hätten sich die Verdächtigungen gegen zwei Personen (gemeint waren die Mitarbeiter von Ukrajinska Prawda) im Laufe der Ermittlungsmaßnahmen nicht bestätigt, weshalb eine freigelassen wurde, während die Befragung der anderen fortgesetzt wurde.
Dennoch bleibt die Lage um das Kamerateam angespannt. Kameramann Jaroslav Bondarenko wurde längere Zeit in Haft gehalten. Darüber hinaus erlitt Bondarenko laut Angaben der Chefredakteurin des Mediums, Sewgil Mussajewa, bei der Festnahme Verletzungen und wurde hospitalisiert, zudem habe seine Vernehmung erst spät in der Nacht begonnen. Neben den Mitarbeitern von Ukrajinska Prawda befanden sich noch zwei weitere ukrainische Staatsbürger, die Anfang der Woche ebenfalls unter Spionageverdacht festgenommen worden waren, in österreichischer Haft.
Widersprüchliche Daten
Bei der Berichterstattung über diesen Vorfall ergaben sich gewisse Widersprüche zwischen den Aussagen österreichischer Offizieller, der Position der Redaktion und Berichten diplomatischer Vertretungen. Während das österreichische Innenministerium und die Staatsanwaltschaft zunächst Festnahmen wegen Spionageverdachts im Rahmen von Großprüfungen gemeldet hatten, bezeichnete die Leitung von Ukrajinska Prawda die Vorwürfe als absurd und beispiellos in ihrer Praxis. Zudem bleiben Unklarheiten bezüglich des genauen physischen Zustands des festgehaltenen Kamerasmanns und der rechtlichen Grundlagen für seine anhaltende Inhaftierung, nachdem die Verdächtigungen gegen den Leiter der Investigativabteilung fallgelassen wurden.
Reaktion von Medien und Diplomaten
Das Ereignis löste im Medienraum der Ukraine und Europas ein breites Echo aus. Mychajlo Tatsch ist einer der bekanntesten ukrainischen Enthüllungsjournalisten, der sich seit vielen Jahren auf die Aufdeckung von Korruptionsnetzwerken unter Spitzenpolitikern und Großunternehmern spezialisiert hat. Die jüngsten Recherchen des Journalisten berührten die Interessen hochrangiger Persönlichkeiten, darunter des ehemaligen Generalstaatsanwalts Ruslan Krawtschenko, der sich nach Angaben von Antikorruptionsbehörden in der österreichischen Hauptstadt versteckt haben könnte. Das ukrainische Außenministerium in Person des Sprechers Georgij Tychyj und Mitarbeiter der Botschaft in Wien schlossen sich von den ersten Stunden an den Bemühungen zur Freilassung der Bürger an und forderten eine transparente Untersuchung der Umstände dieser Festnahme.