Dmytro Kartschuk, Miteigentümer eines der größten Businessclubs der Ukraine, wurde von polnischen Grenzbeamten festgenommen. Der Vorfall ereignete sich an der Grenze zu Polen, wo der Mann aufgrund eines internationalen Haftbefehls aufgehalten wurde.

Die Informationen über die Festnahme wurden von Kollegen des Unternehmers sowie von Anwälten bestätigt. Der Präsident des CEO Club Ukraine, Serhij Hajdatschuk, äußerte in einem Kommentar zur Situation die Ansicht, dass die Festnahme das Ergebnis der Nutzung der persönlichen Daten des Geschäftsmannes durch Dritte sein könnte. Nach seinen Worten werden Fälle von Identitätsdiebstahl und der Begehung von Straftaten unter fremdem Namen immer häufiger.

Anklage aus Deutschland

Nach der Festnahme wurde Kartschuk in eine Untersuchungshaftanstalt verbracht. Die Anwälte stellten fest, dass der Haftbefehl von deutschen Strafverfolgungsbehörden ausgestellt wurde. Nach der Version der deutschen Ermittlungsbehörden ist der Leiter der ukrainischen Business-Community in den Diebstahl einer Ladung E-Bikes im September 2024 verwickelt.

Laut den Ermittlungsergebnissen fuhr der Täter persönlich mit einem Lastwagen zu einem Lagerhaus in Deutschland, nutzte gefälschte Transportdokumente und entwendete 171 E-Bikes. Die Ware erreichte das Bestimmungsziel nicht. Serhij Hajdatschuk präzisierte, dass der Schaden auf fast 127.000 Euro geschätzt wird.

Alibi und Verteidigung

Die Anwälte von Dmytro Kartschuk bestreiten kategorisch die Beteiligung ihres Mandanten an dem Vorfall. Die Verteidigung behauptet, Beweise für den Aufenthalt des Geschäftsmannes in der Ukraine während des Zeitraums zu haben, in dem er laut Ermittlungsbehörden den Diebstahl in Deutschland begangen haben soll.

Gegenwärtig prüft ein polnisches Gericht nicht die Schuld des Angeklagten. Die einzige Aufgabe des Gerichts in dieser Phase besteht darin, die Frage der Vollstreckung des europäischen Haftbefehls und der Auslieferung des Staatsbürgers zu entscheiden. Das Gericht wählte die Haft als Untersuchungshaft für 60 Tage. Die Anwälte haben diese Entscheidung bereits angefochten und beantragen die Freilassung gegen Kaution, während sie parallel Dokumente zur Bestätigung des Alibis sammeln.

Reaktion des ukrainischen Außenministeriums

Das Außenministerium der Ukraine bestätigte, dass sich das Ministerium mit dem Fall des festgenommenen Staatsbürgers befasst. Laut Vertretern der Pressestelle hat das Generalkonsulat der Ukraine in Lublin bereits eine Anfrage an die zuständigen lokalen Behörden gerichtet, um Zugang zum Staatsbürger zu erhalten. Die Ukraine hofft auf eine baldige Klärung der Frage des Zugangs der Konsuln zu Dmytro Kartschuk.

Der CEO Club Ukraine, dessen Miteigentümer Kartschuk ist, wurde 2011 gegründet und vereint mehr als 250 Eigentümer und Führungskräfte großer Unternehmen, Investoren und Unternehmer aus verschiedenen Wirtschaftszweigen des Landes.