Die Nacht vom 30. Mai wurde für Russland zu einer weiteren Prüfung. Unbekannte Drohnen griffen strategische Objekte in mehreren Regionen an und verwandelten den Himmel über industriellen Zentren in eine Kampfzone. Im Zentrum der Geschehnisse stand Taganrog, wo ein Feuersturm die Hafengebiete erfasste, während auch in Armawir und der Krim Alarm ausgelöst wurde.

Taganrog: Brand auf einem Tanker und im Hafen

Ab 1 Uhr morgens begann in der Region Rostow der Alarm. Lokale Bewohner berichteten in sozialen Medien von einer sich nähernden Bedrohung, die bis zum Morgengrauen anhielt. Nach 03:45 Uhr verbreiteten sich im Internet Aufnahmen vom Tatort: laute Explosionen erschütterten den Bereich des Taganrog-Golfs und des berühmten Flugzeugwerks.

Morgens bestätigte Gouverneur Jurij Slusar offiziell das Ausmaß des Vorfalls. Laut ihm führte der Drohnenangriff zu Bränden an mehreren kritisch wichtigen Objekten: einem Tanker, einem Kraftstofftank und einem Verwaltungsgebäude des Hafens. Zum Glück konnten laut vorläufigen Angaben Opfer vermieden werden, doch der Schaden an der Infrastruktur ist offensichtlich.

Die Nachwirkungen der Explosionen: Armawir und die Krim

Die Angriffe beschränkten sich nicht auf eine Region. Im Krasnodar-Krai, in der Stadt Armawir, wurde ebenfalls Drohnenaktivität registriert. Nach Angaben unabhängiger Forscher (OSINT) könnte das Ziel der Attacke eine Ölbasis der Firma „Südliche Ölgesellschaft“ gewesen sein, obwohl offizielle Bestätigungen dieser Fakten bisher fehlen.

Auch die vorübergehend besetzte Krim blieb von der Welle der Angriffe nicht verschont. In Feodosia hörten die Bewohner mächtige Explosionen. Analysten vermuten, dass der Schlag gegen eine lokale Ölbasis gerichtet sein könnte, doch unter den Bedingungen des Informationsrauschens ist eine 100%ige Bestätigung derzeit unmöglich.

Rückkehr zu „Atlant Aero“

Taganrog war bereits mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe. In der Nacht vom 19. April gab es hier Explosionen, die einen Brand in einem der Unternehmen verursachten. Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte bestätigte später, dass Raketen „Neptun“ das Werk „Atlant Aero“ – einen wichtigen Hersteller von Drohnen für die russische Armee – getroffen hatten. Bei diesen Angriffen wurden zwei Produktionshallen zerstört und vier beschädigt. Ein erneuter Schlag gegen dieses Werk erfolgte auch in der Nacht vom 13. Mai, was auf einen systematischen Charakter der Angriffe auf die Militärindustrie der Region hindeutet.