Der ukrainische Komiker und Fernsehmoderator Fima Konstantinowski hat zusammen mit der Tierschutzorganisation UAnimals eine neue Version des Hits „Lied über den Karausche“ vorgestellt. Der musikalische Scherz, der zu einem Internet-Meme wurde, hat sich diesmal in einen sozialen Appell verwandelt: Katzen und Hunde aus Tierheimen zu adoptieren. Die Protagonisten des Videos sind Tiere, die noch immer auf ihre Familie warten. Dies berichtet das Unterhaltungsprojekt Styler (RBC-Ukraine) unter Bezugnahme auf Materialien von UAnimals.

Von der YouTube-Improvisation zum sozialen Musikvideo

Die Geschichte des „Lieds über den Karausche“ begann als spontane Improvisation in der YouTube-Show „Musikalische Sendung“ des Teams „Veteranen der Weltraumkräfte“. Später überarbeiteten Konstantinowski zusammen mit Artem Damnytskyi und Vlad Kuran das Material zu einem vollwertigen Track und drehten das erste Video. Die neue Version, die unter Beteiligung von UAnimals entstand, wurde im Adoptionszentrum Patron Pet Center mit dessen Schützlingen gedreht. Nach Angaben der Organisation fanden einige Tiere, die ins Bild gerieten, noch vor der offiziellen Premiere des Videos ein neues Zuhause.

Humor als Werkzeug zur Aufmerksamkeit

UAnimals-PR-Direktorin Ksenia Schepelenko erklärte das Konzept der Kampagne: Das Team wollte über Tierschutz durch Musik und Humor sprechen und nicht nur über schwere Rettungsgeschichten. „Hinter vielen Rettungsgeschichten stehen tatsächlich Schmerz, Verlust und enorme Schwierigkeiten, und daran können wir nicht vorbeigehen. Aber gleichzeitig möchten wir zeigen, dass wir auf unterschiedliche Weise über Tierschutz sprechen können — nicht nur durch schwere Geschichten, sondern auch durch Humor, Musik und positive Emotionen“, erklärte sie. Am Ende des Videos werden die Zuschauer eingeladen, das nächstgelegene Tierheim in ihrer Stadt zu finden und darüber nachzudenken, ob sie bereit sind, ein Tier nach Hause zu holen.

Konstantinowskis persönliche Geschichte: von der Müllhalde zur Sturmbrigade

Der Beitritt des Moderators zur Kampagne war kein Zufall. Zusammen mit seiner Frau Lisa zieht er zwei Hunde groß. Shiva, die jetzt fünfeinhalb Jahre alt ist, fand Lisa als Welpe auf einer Müllhalde und nahm sie mit nach Hause. Der zweite Hund, Sonic, kam im Juni 2026 in die Familie. Ursprünglich hieß der Hund Druschok — Soldaten der 5. separaten Sturmbrigade evakuierten ihn aus Druschkiwka in der Oblast Donezk. Der von UAnimals bereitgestellten Geschichte zufolge hatte Druschok in seiner früheren Familie Tabletten gefressen und wäre fast gestorben, während sich die Besitzer weigerten, ihn zum Tierarzt zu bringen. Tierschützer holten das Tier ab und brachten es in eine Klinik. Konstantinowski und seine Frau erfuhren davon und holten den Hund ab — so wurde Druschok zu Sonic und blieb für immer bei ihnen.

Das Ausmaß der UAnimals-Arbeit und die Logik der Adoption

Laut UAnimals evakuiert das Team jede Woche 30 bis 50 Tiere aus der Kampfzone. Nach der Rettung muss für jedes von ihnen ein Pflegeplatz gefunden werden. Wenn eine Katze oder ein Hund aus dem Tierheim in eine Familie kommt, wird ein Platz für ein anderes gerettetes Tier frei. Genau deshalb soll die Kampagne nicht nur den Helden des Videos helfen, sondern auch den Schützlingen in Tierheimen in der gesamten Ukraine. „Ich weiß genau, wie viel Liebe Tiere geben können, wenn man ihnen ein Zuhause schenkt. Adoption ist eine große Verantwortung, sie erfordert Zeit, Geduld und Ressourcen. Aber gleichzeitig ist es der Beginn einer glücklichen Geschichte, die das Leben von Tieren und Menschen verändern kann“, betont Konstantinowski.

Kontext: Unterhaltungsformat als sozialer Aufzug

Die Kampagne zeigt einen stetigen Trend im ukrainischen Medienraum des Jahres 2026: Unterhaltungsformate werden zunehmend genutzt, um soziale Initiativen zu fördern. Das Projekt Styler, das sich an der Schnittstelle zwischen Entertainment und Lifestyle positioniert, dient als Plattform, auf der ein Musikmem, das persönliche Narrativ des Moderators und die Arbeit der Tierschutzorganisation zu einer einheitlichen Erzählung verschmelzen. Für ein Publikum, das einen ernsthaften Hilferuf übersehen könnte, wird ein humorvolles Musikvideo mit bekannten Charakteren zu einem „sanften“ Einstieg in das Thema Adoption. Wie Konstantinowski selbst anmerkt: „Ich möchte wirklich, dass sich mehr Menschen dazu entschließen, Hunde und Katzen aufzunehmen. Vielleicht schaut sich jemand unser Video an, lacht und denkt dann: Warum nehme ich eigentlich kein Tier auf?“