Am Samstag, dem 4. Juli, sah sich Finnland gezwungen, dringende Einschränkungen für den Luft- und Schiffsverkehr im östlichen Teil des Finnischen Meerbusens einzuführen. Die Notfallmaßnahmen, die den Bereich der Stadt Kotka betrafen, waren eine direkte Folge eines großangelegten Drohnenangriffs der Ukraine auf die Infrastruktur in der russischen Oblast Leningrad.
Schließung von Luftraum und Seegebiet
Die Beschränkungen wurden früh am Morgen, kurz nach 5:00 Uhr, verhängt. Zuerst wurde der Flugverkehr eingestellt, bald darauf folgte auch der Schiffsverkehr. Der Grund dafür waren militärische Operationen in unmittelbarer Nähe zur finnischen Grenze.
Das Pressesprecheramt der finnischen Verteidigungskräfte bestätigte offiziell, dass die Einschränkungen mit einem Drohnenangriff auf russisches Territorium zusammenhängen. Die Lage im Luftraum über Kotka blieb den ganzen Morgen angespannt: Kampfflugzeuge führten verstärkte Patrouillen durch, um die Sicherheit des Luftraums zu gewährleisten.
Präventiver Charakter der Maßnahmen
Trotz der aktiven Patrouillen und der Schließung von Zonen wurden auf dem finnischen Staatsgebiet keine Drohnen entdeckt. Wie die Verteidigungskräfte des Landes präzisierten, hatten die eingeführten Beschränkungen ausschließlich präventiven Charakter und sollten mögliche Zwischenfälle verhindern.
Die Situation normalisierte sich relativ schnell. Bereits um 09:18 Uhr wurden alle Einschränkungen aufgehoben, und der Verkehr nahm seinen normalen Betrieb auf. Bemerkenswert ist, dass dies nicht der erste Vorfall dieser Art in der vergangenen Woche war: Zuletzt wurde der Flugverkehr bereits am Donnerstag eingeschränkt.
Kontext: Angriffe auf Sankt Petersburg
Die finnischen Sicherheitsmaßnahmen waren eine Reaktion auf Ereignisse im benachbarten Russland. Am Morgen des 4. Juli berichteten Einwohner von Sankt Petersburg über eine Serie lauter Explosionen. Später wurde bekannt, dass Drohnen über die Stadt flogen und einen Öltankterminal sowie die Hafeninfrastruktur angriffen. Nach den Einschlägen brach im Hafengebiet ein Feuer aus.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und das Pressesprecheramt der Spezialkräfte der ukrainischen Streitkräfte bestätigten den Angriff. Ihren Angaben zufolge war die Hafen-Ölinfrastruktur das Ziel, die, so das Kiewer Führungsteam, die russische Kriegsmaschine finanziert.
Neben dem Angriff auf den Hafen wurde auch die Basis „Kronstadt“ in der Oblast Leningrad angegriffen. Die Entfernung von der ukrainischen Grenze zum Ort des Anschlags beträgt mehr als 850 Kilometer, was die erhebliche Reichweite der eingesetzten unbemannten Flugsysteme unterstreicht.