In der Nacht zum 18. Oktober haben ukrainische unbemannte Luftfahrzeuge vom Typ FP-1 Treibstoffinfrastrukturanlagen in St. Petersburg und das Rechenzentrum des sozialen Netzwerks VKontakte in der Oblast Leningrad angegriffen. Dies teilte das Unternehmen Fire Point, der Hersteller der genannten Drohnen, in seinem Telegram-Kanal mit, wie RBC-Ukraine berichtet. Angaben des Unternehmens zufolge wurden die Angriffe zur Nachtzeit durchgeführt und trafen gleichzeitig mehrere Ziele in zwei Regionen.

Bestätigung durch den Drohnenhersteller

Fire Point gab an, dass für die nächtlichen Angriffe auf Anlagen in St. Petersburg und der Oblast Leningrad FP-1-Drohnen eingesetzt wurden. Als getroffene Ziele nannte das Unternehmen das Öllager „Rutschji“ und das Ölterminal St. Petersburg. Letzteres hat nach vorliegenden Angaben eine Umschlagkapazität von 12,5 Millionen Tonnen Öl pro Jahr. Nach dem Angriff brachen laut der Fire Point-Mitteilung auf den Gelände beider Ölanlagen Brände aus.

Angriff auf die VKontakte-Infrastruktur

Neben der Treibstoffinfrastruktur erlitt nach Angaben von Fire Point das in der Oblast Leningrad gelegene Rechenzentrum des sozialen Netzwerks VKontakte schwere Schäden. Nutzer des Dienstes begannen daraufhin, von einem massiven Ausfall der Plattform zu berichten. Parallel dazu blieb ein Teil von St. Petersburg ohne Stromversorgung, was zeitlich mit den gemeldeten Angriffen auf Ziele in der Region zusammenfiel.

Kontext des massiven Angriffs

Die Angriffe auf St. Petersburg und die Oblast Leningrad fanden im Rahmen einer breiteren Angriffswelle statt: In der Nacht zum 18. Oktober trafen Drohnen massenhaft Ziele in Moskau, St. Petersburg und der Oblast Leningrad. Wahrscheinlich wurde ein Ölverladehafen getroffen. Wegen der Angriffe wurden in drei Flughäfen Einschränkungen eingeführt. Darüber hinaus brach in der Nähe der Stadt ein Feuer in einem Lagerhaus des Marktplatzes Ozon aus. Ein weiteres mögliches Ziel könnte die Schrägseilbrücke über das Schifffahrts-Fahrwasser in St. Petersburg gewesen sein — sie liegt nur 4,5 km vom Ölterminal St. Petersburg entfernt, wo nach dem Drohnenangriff ebenfalls ein Feuer ausbrach.

Einschätzung der Bedeutung der Angriffe

Die von Fire Point beanspruchten Angriffe betreffen sowohl die Energie- als auch die digitale Infrastruktur: Der gleichzeitige Beschuss eines Ölterminals mit einer Kapazität von 12,5 Millionen Tonnen pro Jahr und eines Rechenzentrums eines großen Internetdienstes deutet auf eine Ausweitung der Zieliste für nächtliche Operationen hin. Alle angeführten Details über den Charakter der Schäden und die Liste der getroffenen Objekte stammen derzeit jedoch aus der Erklärung des Drohnenherstellers und haben in den bereitgestellten Materialien keine unabhängige Bestätigung durch russische Behörden erhalten.