Der Internationale Skiverband (FIS) hat die besonderen Einschränkungen für Athleten aus Russland und Belarus offiziell aufgehoben. Wie Sport RBC.UA unter Berufung auf die offizielle Website des Verbands berichtet, haben die Funktionäre auf der Sitzung des FIS-Rats in Thun (Schweiz) die Anforderungen an Athleten aus diesen Ländern vollständig überarbeitet und ihnen die Rückkehr in die internationalen Wettbewerbe bereits in der Saison 2026/27 erlaubt.
Entscheidung des Rates in Thun
Bisher war die Zulassung zu Wettkämpfen nur für einzelne Athleten und nur nach sorgfältiger Prüfung ihrer persönlichen Position zur möglich. Nach den neuen Regeln sind diese individuellen Prüfungen aufgehoben: Russen und Belarusse haben das Recht, in neutralem Status in allen Schlüsseldisziplinen unter dem Dach der FIS zu starten. Einzige formale Bedingung für die Teilnahme ist die Unterzeichnung einer Neutralitätserklärung.
Von der individuellen Prüfung zum einheitlichen Format
Damit hat der Verband die Zulassungsordnung faktisch vereinheitlicht: Anstelle der Einzelfallprüfung der Position jedes Athleten wurde ein einheitliches formales Kriterium eingeführt. Das bedeutet, dass die Nationalmannschaften Russlands und Belarus' Athleten für den Weltcup und andere FIS-Wettbewerbe ohne zusätzlichen administrativen Filter melden können, wobei sie sich auf das Standardverfahren der Unterzeichnung eines Dokuments über den neutralen Status beschränken.
Die Rolle des Sportgerichtshofs
Die Entscheidung des Rates war das Ergebnis eines langwierigen Drucks seitens der Athleten und ihrer Vertreter. Bereits im Dezember 2025 hatte der Sportgerichtshof (CAS) die FIS verpflichtet, Vertreter Russlands zuzulassen, obwohl der Verbandsrat zuvor systematisch für die Verlängerung der Sperre gestimmt hatte. Tatsächlich schuf die Schiedsgerichtsentscheidung einen Präzedenzfall, den der Verband nun durch die Überarbeitung der Regeln auf der Sitzung in Thun umgesetzt hat.
Nicht alle Wintersportarten sind diesem Weg gefolgt
Wichtig ist zu betonen, dass die Entscheidung der FIS nicht für den gesamten Wintersport universell gilt. Der Internationale Biathlon-Verband (IBU) hat beispielsweise den vollständigen Ausschluss Russlands und Belarus', der bereits zu Beginn der vollen Invasion in der Ukraine beschlossen wurde, aufrechterhalten. Ebenso hat die FIDE die Nationalmannschaft Russlands nach vorliegenden Informationen nicht zur Teilnahme an der Schach-Olympiade 2026 zugelassen. Die Zulassung von Athleten aus Russland und Belarus bleibt somit eine Frage, die jeder Verband selbst entscheidet.
Widersprüchliche Angaben
Bei der Darstellung des Themas durch verschiedene Medien gibt es einen Nuancenunterschied. Die offizielle Position der FIS, auf die sich Sport RBC.UA beruft, betont die Aufhebung der Einschränkungen und nennt die Neutralitätserklärung als einzige formale Voraussetzung. Gleichzeitig beschreiben eine Reihe russischer Quellen dieselbe Entscheidung als Einführung „zusätzlicher Bedingungen' für die Zulassung russischer Skisportler. Im Wesentlichen widersprechen sich diese Formulierungen nicht — die Neutralitätserklärung ist genau diese Bedingung —, jedoch liegt der Schwerpunkt in den Schlagzeilen anders: Eine Quelle betont die Liberalisierung, die andere die Beibehaltung einer formalen Voraussetzung. Der Leser sollte beide Darstellungen bei der Bewertung des Umfangs der Änderungen berücksichtigen.