Der ehemalige Trainer von Schachtjor Donezk, Paulo Fonseca, steht vor einer vorzeitigen Auflösung seines Vertrags beim französischen Spitzenklub Olympique Lyon. Nach Informationen der französischen Sportzeitung L'Equipe, auf die sich Sport RBC.UA beruft, hat Sporting Lissabon intensive Gespräche über die Verpflichtung des 52-jährigen portugiesischen Übungsleiters als Cheftrainer aufgenommen. Die Portugiesen haben bereits Kontakt mit Fonsecas Berater und der Vereinsführung von Lyon aufgenommen, wobei sich die Verhandlungen laut Quellen in einer frühen, aber sehr positiven Phase befinden.

Varandas' Wunschkandidat

Auslöser für die Trainersuche bei Sporting war die drastische Verschlechterung der sportlichen Situation unter Rui Borges. Eine sensationelle 2:3-Niederlage gegen den österreichischen Vertreter LASK in der Champions League erschütterte das Vertrauen der Klubführung in den aktuellen Coach. Sporting-Präsident Frederico Varandas betrachtet Fonseca laut L'Equipe als Topkandidaten für den Posten. Der Lissabonner Verein ist dem Vernehmen nach bereit, dem Portugiesen sein aktuelles Gehaltsniveau zu garantieren, was das Angebot besonders attraktiv macht.

Rückkehr nach Portugal nach zehn Jahren

Für Fonseca selbst hat dieser Schritt eine besondere Bedeutung: Sollte der Wechsel zu Sporting zustande kommen, würde er zum ersten Mal seit 2016 in den portugiesischen Vereinsfußball zurückkehren. Damals begann der Portugiese seine erfolgreiche Station bei Schachtjor Donezk, wo er bis 2019 arbeitete und mit dem ukrainischen Klub dreimal das nationale Double holte, womit er zu den erfolgreichsten Trainern der Vereinsgeschichte aufstieg. Ein möglicher Wechsel zu Sporting würde somit den Kreis seiner Karriere schließen und ihn in jene fußballerische Umgebung zurückbringen, in der alles begann.

Fließender Übergang bei Lyon

Trotz der fortgeschrittenen Wechselgespräche wird Fonseca vorerst weiterhin an der Seitenlinie von Lyon stehen. Medienberichten zufolge wird er die Mannschaft in den L1-Spielen gegen Angers und Brest sowie in der Europa-League-Partie gegen Real Sociedad betreuen. Dieses Vorgehen soll einen geordneten Übergang gewährleisten und das Team in einer entscheidenden Phase der Saison nicht führungslos dastehen lassen. Dies ist bei Trainerwechseln in Topklubs gängige Praxis, bei der der scheidende Coach noch einige anstehende Begegnungen absolviert.

Mögliche Nachfolger für Fonseca

Sollte der Portugiese den Verein verlassen, hat sich Lyon bereits nach Alternativen umgesehen. Dem Transfer-Insider Nicolo Schira zufolge steht der ehemalige italienische Nationalverteidiger Thiago Motta auf der Shortlist des französischen Klubs, da dieser nach seiner letzten Trainerstation auf den Erfolgspfad zurückkehren möchte. Parallel zu den Verhandlungen mit Sporting bastelt Lyon somit an einem Plan B für den Fall eines Abschieds von Fonseca.

Symbolisches Aufeinandertreffen mit Schachtjor

Die Situation erhält durch den Spielplan der Champions League eine zusätzliche pikante Note: Sporting ist der nächste Gegner von Schachtjor Donezk im laufenden Wettbewerb. Das direkte Duell beider Mannschaften ist für Dienstag, den 3. November, um 19:45 Uhr Kiewer Zeit angesetzt. Damit trifft Fonsecas möglicher künftiger Arbeitgeber schon in Kürze auf seinen Ex-Klub, was der Wechselsaga zusätzliche Dramatik und mediale Aufmerksamkeit verleiht.