Die bekannte ukrainische Foodbloggerin Emilia Evtuschenko erzählte im Blitzinterview für das Lifestyle-Projekt „RBC-Ukraine“ Wave, wie ihre Arbeit in der Gastronomie ihr Essensverständnis verändert hat, welche Gerichte sie grundsätzlich nie in Restaurants bestellt und was für sie der absolute Geschmack der Kindheit ist. Wie Evtuschenko sagt, hat sich Essen, nachdem die Kochkunst zu ihrem Beruf wurde, nicht mehr einfach nur Essen: „Früher habe ich gekocht – und wir haben gegessen. Jetzt schaue ich ganz anders darauf. Ich denke ständig darüber nach, was man hier verändern, wie man es schmackhafter, einfacher, schöner machen und wie man es filmen kann.“ Selbst im Restaurant, so sagt sie, kann sie sitzen und ein Gericht in seine Zutaten zerlegen.
Professionelle Deformation: von einem Löffel voll Gericht – zu einem ganzen Rezept
Die erstaunlichste Kochgewohnheit, so Evtuschenko, ist ihre Fähigkeit, fremde Gerichte sofort zu „entschlüsseln“. „Ich kann im Restaurant etwas probieren und schon auf dem Heimweg darüber nachdenken, wie ich es nachmachen und was ich daran verändern würde. Manchmal startet ein einziger Löffel eines Gerichts in meinem Kopf ein ganzes Rezept. Ich denke, das ist eine professionelle Deformation“, gesteht die Bloggerin. Dabei betont sie, dass die Liebe zum Essen nicht verschwunden ist: Im Gegenteil, sie schätze die gewöhnliche Hausmannskost noch mehr.
Szegediner Gulasch und Produkte, ohne die der Kühlschrank nicht auskommt
Der absolute Geschmack der Kindheit und des Zuhauses für Evtuschenko ist das Szegediner Gulasch. „Sauerkraut, Fleisch, Sauerrahm – auf den ersten Blick nichts Besonderes, aber genau solche einfachen Hausgerichte bleiben am stärksten in Erinnerung. Noch heute, wenn ich es koche, ist es für mich nicht einfach nur Essen, sondern eine sehr warme Rückkehr in die Kindheit“, erinnert sie sich. Im Kühlschrank der Bloggerin gibt es praktisch immer Eier, Butter, guten Käse, Quark, Sauerrahm, Kräuter und Gemüse. Einen besonderen Platz nimmt das Gefrierfach mit Vorräten ein: „Mit drei Kindern ist das kein Küchentrend mehr, sondern eine Überlebensstrategie“, scherzt Evtuschenko.
Was sie nie in Restaurants bestellt
Auf die Frage nach Gerichten, die sie grundsätzlich nicht in Gaststätten bestellt, nannte die Foodbloggerin Pfannkuchen und Syrnyky. „Nicht, weil sie schlecht sind, sondern weil ich zu Hause genau die mache, die ich mag. Es tut mir leid, das Restaurantbudget für etwas auszugeben, das ich in 15 Minuten selbst kochen kann – und noch dazu so, wie es mir besser schmeckt“, erklärt sie. Besonders hervorhob Evtuschenko die „superinstagrammigen Desserts“ mit einer enormen Menge an Dekoration: „Sie können unglaublich aussehen, aber wenn da zehn Texturen, fünf Cremes, Glasur, Schokolade, Blumen und noch etwas Obendrauf sind – dann verliere ich den eigentlichen Geschmack des Desserts.“ Austern hingegen, so sagt sie, habe sie ehrlich versucht zu verstehen, aber für sie seien sie vorerst „ein schöneres Restaurant-Ritual als Essen, das ich wirklich essen möchte“.
Motivation und der Blog als Teil des Lebens
Als größten Motivator für die Fortführung ihres Blogs nennt Evtuschenko das Feedback ihres Publikums: „Wenn jemand schreibt: ‚Ich habe nie Brot gebacken, aber mit euch ist es mir gelungen‘, oder mir ein Foto seiner ersten Paskha oder eines Familienabends schickt – das motiviert sehr.“ Die Bloggerin selbst gesteht, dass sie nicht stillstehen kann: „Ich möchte ständig ein neues Rezept, eine neue Rubrik erfinden, etwas testen. Für mich ist der Blog längst nicht mehr einfach nur Arbeit, sondern ein großer Teil meines Lebens“.