Ende August 2026 zählte die Fozzy Group, die aus dem Logistikbereich und der Supermarktkette „Silpo“ besteht, landesweit in der Ukraine 1614 aktuelle Stellenangebote. Das Unternehmen führt sein aktives operatives Personal auf – in Filialen, Lagern und Produktionsbetrieben – fort, auch wenn nach russischen Angriffen auf die Infrastruktur ein Teil der Büropositionen vorübergehend aus dem Recruiting genommen wurde. Laut HR-Direktorin Lyubov Ukrainez von „Silpo“ und „Fozzy Group Logistik“ werden vor allem Lagerarbeiter, Wareneingangsmitarbeiter, Verkäufer, Köche, Bäcker, Kommissionierer und Führungskräfte mittlerer Ebene gesucht.
Umfang und Struktur der Stellenangebote
Der Großteil der offenen Positionen entfällt auf den Logistikbereich – 940 Stellen. Weitere 535 Mitarbeiter sucht das Unternehmen für die Supermärkte, und in den Produktionsbetrieben sind 139 Positionen ausgeschrieben. Zusammen ergeben diese drei Blöcke genau 1614 Stellen, was die interne Konsistenz der veröffentlichten Daten bestätigt. Dieses verteilte Einstellungsprofil zeigt, dass das Unternehmen gleichzeitig in drei operativen Kreisläufen – vom Lager bis zum Regal – Personalbedarf deckt.
Logistik hat Vorrang
Das Unternehmen erklärt die aktive Einstellung mit der Umstrukturierung der Lieferketten nach den russischen Angriffen auf die Infrastruktur. Genau deshalb ist der Logistikbereich am stärksten unterbesetzt: 940 von 1614 Positionen sind mit der Arbeit in Lagern, der Wareneingangs- und Kommissionierungsarbeit verbunden. Dies ist eine typische Reaktion eines Einzelhändlers auf die Störung gewohnter Lieferwege – wenn ein Teil der Hubs und Hauptstrecken umgeplant werden muss, steigt der Bedarf an Lager- und Transportpersonal stark an.
Ausbau des „Silpo“-Netzes
Parallel zur Logistikumstrukturierung erweitert das Unternehmen sein Filialnetz weiter. Laut HR-Direktorin wurden allein in der letzten Woche drei neue „Silpo“-Supermärkte eröffnet, für die 170 Mitarbeiter eingestellt wurden. Dies stimmt mit zuvor veröffentlichten Informationen über die Pläne der Fozzy Group überein, neue Geschäfte in den Regionen zu eröffnen, einschließlich des Starts der ersten Supermärkte in bestimmten Städten. Das Einzelhandels-Recruiting (535 Stellen) dient in erster Linie genau diesem Netzausbau.
Widersprüchliche Daten
Auf den ersten Blick wirkt das Bild widersprüchlich: Einerseits meldet das Unternehmen 1614 offene Stellen und sogar die Einstellung von 170 Personen für drei neue Geschäfte innerhalb einer Woche, andererseits wurde zuvor berichtet, dass die Fozzy Group das Recruiting vorübergehend ausgesetzt, die Gehälter überarbeitet und für einen Teil der Mitarbeiter Prämien gestrichen hat. Beide Versionen sind richtig, beziehen sich aber auf verschiedene Geschäftskreise. Das Unternehmen selbst stellt klar, dass die Einschränkungen beim Recruiting, die Gehaltsüberarbeitung und die Prämienstreichung nur bestimmte Büropositionen betreffen, während das operative Recruiting – in Filialen, Lager und Produktion – nicht nur nicht gestoppt, sondern sogar verstärkt wird. „Einfrieren“ und „aktives Recruiting“ beschreiben also verschiedene Segmente des Personals, nicht dieselbe Entscheidung.
Kontext und Einschätzungen
Insgesamt zeigen die Daten, dass die Fozzy Group eine differenzierte Personalpolitik verfolgt: Sie reduziert oder friert nicht-kernbezogene Bürofunktionen ein, investiert gleichzeitig aber in den operativen Kern – Logistik und Einzelhandel. So kann das Unternehmen die Lieferstabilität und das Tempo der Filialeröffnungen angesichts der anhaltenden Angriffe auf die Infrastruktur aufrechterhalten. Für den Arbeitsmarkt bedeutet dies eine anhaltende Nachfrage nach Fach- und mittlerem Personal im Einzelhandel und in der Logistik, was unter den aktuellen Bedingungen zu den wenigen Segmenten mit Massenrecruiting zählt.