Das französische Parlament hat eine historische Entscheidung getroffen und einen beispiellosen Verteidigungshaushalt verabschiedet. Bis zum Jahr 2030 plant das Land, 436 Milliarden Euro in die Streitkräfte zu investieren. Die überarbeitete Fassung des Gesetzes zur militärischen Programmierung wurde von beiden Kammern verabschiedet: Eine überwältigende Mehrheit – 375 Abgeordnete der Nationalversammlung – stimmte für das Dokument, während sich nur 113 dagegen aussprachen.
Antwort auf eine neue Realität
Die französische Ministerin für die Streitkräfte, Catherine Colonna, bezeichnete diese Entscheidung als Pflicht gegenüber den Bürgern. Ihrer Meinung nach hat sich die Welt verändert: „Der hochintensive Krieg ist nach Europa zurückgekehrt'. Die Beamtin betonte, dass sich das Kräfteverhältnis verschärft und die Bedrohungen immer komplexer werden – von hybriden bis hin zu cybernetischen und Weltraumbedrohungen.
Paris analysiert die Erfahrungen aus den Kampfhandlungen in der Ukraine und im Nahen Osten genau. Daher werden Waffensysteme, die ihre Wirksamkeit in realen Konflikten bewiesen haben, zur Priorität der Investitionen: Raketen, Artilleriemunition und unbemannte Fluggeräte.
„Zustand der Alarmbereitschaft' und Notbefugnisse
Das Gesetz führt einen neuen rechtlichen Mechanismus ein – den „Zustand der nationalen Sicherheitsalarmbereitschaft'. Dieser Modus kann bei einer ernsthaften Bedrohung des Landes aktiviert werden und gewährt der Regierung weitreichende Befugnisse. Insbesondere erhalten die Behörden das Recht, Umwelt- und Baunormen vorübergehend zu ignorieren, um den beschleunigten Bau strategischer Objekte, wie zum Beispiel Schutzbunker für Rafale-Jagdflugzeuge, zu ermöglichen.
Auch wird die Nutzung von Drohnenabwehrsystemen durch private Betreiber, einschließlich Flughäfen, legalisiert, was einen wichtigen Schritt zum Schutz der zivilen Infrastruktur darstellt.
Eine neue Verteidigungskultur
Die Vorbereitung auf Bedrohungen betrifft nicht nur die Armee, sondern auch die Gesellschaft. Der traditionelle Verteidigungstag wird in einen Tag der Mobilisierung umgewandelt. Das Hauptziel der Reform besteht darin, die Jugend mit der Armee vertraut zu machen und sie in die Grundlagen des Militärwesens einzuführen. Darüber hinaus wird ein neuer freiwilliger staatlicher Dienst geschaffen, der es Bürgern ermöglicht, an Verteidigungsinitiativen teilzunehmen.
Technologischer Sprung und internationale Zusammenarbeit
Die militärische Modernisierung Frankreichs geht Hand in Hand mit der Entwicklung fortschrittlicher Technologien. Das Land arbeitet aktiv an der Entwicklung einer hyperschallfähigen Nuklearrakete ASN4G, die bei extremen Geschwindigkeiten manövrieren kann, was sie für moderne Flugabwehrsysteme praktisch unangreifbar machen wird.
Im Bereich der internationalen Zusammenarbeit wurden bereits erste Ergebnisse der Verhandlungen mit der Ukraine über die lizenzierte Produktion von SCALP-Raketen auf dem Territorium von Kiew erzielt.