Ein französisches Gericht hat über den Fall der Festnahme des russischen Tankers Tagor entschieden. Der Eigentümer des Schiffes, das zum sogenannten „Schattenflotten'-Netzwerk gehört, muss eine Geldstrafe in Höhe von einer Million Euro zahlen. Diese Entscheidung ist das Ergebnis einer Untersuchung, die eingeleitet wurde, nachdem französische Marineeinheiten das Schiff Ende Mai dieses Jahres im Atlantik gestoppt hatten.

Gründe für die Festnahme und rechtliche Einordnung

Wie der Staatsanwalt von Brest, Stéphane Kellenberger, erklärte, wurde die Strafe wegen fehlender ordnungsgemäßer Flagge und der Weigerung, den rechtmäßigen Anordnungen der französischen Streitkräfte Folge zu leisten, verhängt. Der Vorfall begann damit, dass die französische Marine den Verdacht hegte, der Tanker nutze eine gefälschte Registrierung. Das Schiff war unter kamerunischer Flagge aus Russland ausgelaufen, hatte jedoch zuvor wiederholt seine Registrierungsdaten geändert, was zu genauerer Beobachtung führte.

Am 31. Mai durchsuchten französische Streitkräfte, unterstützt durch internationale Partner, das Schiff. Präsident Emmanuel Macron bestätigte die Durchführung der Operation im Atlantischen Ozean. Nach der Festnahme wurde der Tanker in die Bucht von Douarnenez im Département Finistère eskortiert, wo die Staatsanwaltschaft eine strafrechtliche Untersuchung einleitete.

Schicksal der Besatzung und Aussichten auf Freilassung

Während der Operation wurde der russische Kapitän des Schiffes festgenommen. Später wurde er jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt. Gemäß dem geltenden Verfahren wird die administrative Beschlagnahme des Schiffes selbst nach Abschluss des Schuldeingeständnisverfahrens aufgehoben. Zu diesem Zeitpunkt wird der Tagor das Recht erhalten, die Hoheitsgewässer Frankreichs zu verlassen.

Kontext des Kampfes gegen den russischen „Schattenflotten'

Die Festnahme des Tagor war kein Einzelfall. Bei einer ähnlichen Operation stoppte die französische Marine den Tanker Deliver in der Nähe Siziliens. Das Schiff wurde in den Golf von Fos eskortiert und befindet sich derzeit unter der Kontrolle der Staatsanwaltschaft von Marseille.

Diese Ereignisse spielen sich vor dem Hintergrund eines verstärkten Drucks auf die russische Öllogistik ab. Gesetzgeber aus Deutschland und Frankreich fordern strengere Kontrollen und die aktive Festnahme von Schiffen der „Schattenflotte'. Nach Ansicht europäischer Politiker werden diese Schiffe von Moskau genutzt, um die von der EU und den USA verhängten Ölsanktionen zu umgehen.