Auf dem Center Court der French Open entflammte ein entscheidendes Duell um den Titel. Im Finale des Dameneinzels trafen sich die ukrainische Nummer zwei und Weltranglisten-15. Marta Kostjuk auf die als „neutral“ startende Maja Andrejeva, die auf dem achten Platz der Welt rangiert.

Die Geschichte der Konfrontation und der Start des Matches

Vor dem entscheidenden Kampf stand die Statistik auf Seiten der Ukrainerin. Die Gegnerinnen waren sich in diesem Jahr bereits zweimal begegnet: im Januar in Brisbane auf Hartplatz und im Mai im Finale des WTA 1000-Turniers in Madrid auf Sand. In beiden Fällen hatte Marta Kostjuk souverän in zwei Sätzen gewonnen.

Das Finale der French Open begann jedoch für die Ukrainerin äußerst ungünstig. Der erste Satz misslang völlig: Zwei verlorene eigene Aufspiele ermöglichten Andrejeva, sich schnell mit 4:0 abzusetzen. Erst danach konnte Kostjuk ihren ersten Punkt gewinnen, indem sie fünf Breakbälle parierte. Dennoch wurde dieser Spielzug nicht zum Wendepunkt. Andrejeva sicherte sich ihr Aufspiel ohne Gegentore und beendete den Satz mit einem weiteren Erfolg auf den Bällen ihrer Gegnerin. Der Stand 6:1 wurde bereits nach 34 Minuten festgeschrieben.

Der zweite Satz und das Endergebnis

Der zweite Satz unterschied sich vom ersten nur in Details. Marta verlor erneut ihr Aufspiel und ermöglichte der Russin einen komfortablen Vorsprung (3:0). Hoffnung auf ein Wunder entstand erst, als Kostjuk einen Break gelang und den Rückstand auf ein Minimum (3:4) verkürzte. Doch weitere Fehler und ein weiteres verlorenes Aufspiel führten zum endgültigen Scheitern.

Diese Niederlage war für Marta die erste in drei Begegnungen gegen Andrejeva. Zudem war es die erste Niederlage der Ukrainerin auf Sand in 18 Spielen dieses Jahres, was besonders schmerzhaft ist nach den Titelgewinnen bei den WTA 250 in Rouen und den WTA 1000 in Madrid.

Historischer Kontext und Perspektiven

Trotz der Finalniederlage ging das Auftreten von Marta Kostjuk in Paris in die Geschichte des ukrainischen Tennis ein. Sie wurde die zweite Ukrainerin, die im Einzel (einschließlich des Herrenbereichs) das Halbfinale der French Open erreichte. Der erste Tennisspieler mit diesem Erfolg war Andrei Medwedew in den Jahren 1993 und 1999.

Außerdem trat Kostjuk in die Elite des ukrainischen Tennis ein, indem sie nur die dritte Tennisspielerin wurde, die das Einzelhalbfinale eines Grand-Slam-Turniers erreichte, nach Jelina Switolina (viermal) und Dayana Jastremska (einmal).

Am Ende der French Open wird Marta einen neuen Karriere-Ranglistenrekord aufstellen und auf Platz 12 oder 13 der Welt aufsteigen. Zuvor hatten bereits zwei weitere Ukrainer die Chance erhalten, bei den Wimbledon 2026 anzutreten.