In Russland wurde von der Aufdeckung einer großangelegten Operation ausländischer Nachrichtendienste berichtet, die darauf abzielte, Spionagesoftware auf die Mobilgeräte hochrangiger Beamter zu installieren. Dies meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine Erklärung des Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB).
Verdeckte Überwachung und Datendiebstahl
Laut Angaben des russischen Sicherheitsdienstes erlangten ausländische Agenten verdeckt und ohne Autorisierung Informationen von Geräten, die Ziel von Cyberangriffen wurden. Der FSB behauptet, dass die entdeckte Software nicht nur Daten stehlen, sondern auch Telefongespräche abhören konnte. Darüber hinaus konnte das Programm die Umgebung des infizierten Geräts überwachen, um vertrauliche Informationen zu sammeln.
Die Behörde betonte, dass die überwachten Personen letztendlich auf die Sanktionslisten der USA und der Europäischen Union gesetzt wurden. Russland nannte jedoch keine spezifischen angreifenden Länder, sondern beschränkte sich auf die Behauptung, dass die Nachrichtendienste die technischen Möglichkeiten großer internationaler IT-Konzerne und Mobilfunkbetreiber nutzten. Zu den Vorfällen wurde ein Strafverfahren eingeleitet.
Kontext des Cyberkriegs und gegenseitige Vorwürfe
Die Erklärungen des FSB zeigen die wachsende Besorgnis Moskaus über möglichen ausländischen Spionage und die Verwundbarkeit staatlicher Daten. Experten stellen fest, dass Moskau seit Beginn des umfassenden Krieges gegen Ukraine westliche Software und Kommunikationsservices häufiger als Bedrohung der nationalen Sicherheit bezeichnet. Solche Befürchtungen haben sich vor dem Hintergrund von Warnungen westlicher Länder vor einem bevorstehenden Einmarsch noch vor Februar 2022 verstärkt.
Gleichzeitig wurde Russland selbst wiederholt beschuldigt, Cyberangriffe im Ausland durchzuführen. Im Jahr 2023 beschuldigte der FSB einen der amerikanischen Nachrichtendienste, Tausende von iPhones gehackt zu haben, und verknüpfte die Angriffe mit SIM-Karten von Diplomaten aus NATO-Ländern, Israel und China. Westliche Länder erwidern jedoch regelmäßig, indem sie auf die Beteiligung russischer Hacker an großangelegten Angriffen hinweisen.
Internationale Vorfälle und der „Antennenwald“
Im April warnte das britische Nationale Zentrum für Cybersicherheit davor, dass Hacker, die mit dem russischen militärischen Nachrichtendienst GRU in Verbindung stehen, beliebte Internet-Router nutzten, um E-Mail-Passwörter zu stehlen. Darüber hinaus berichtete Microsoft in einem Bericht, dass eine russische Hackergruppe Internetdienstanbieter innerhalb Russlands nutzte, um ausländische Botschaften zu überwachen.
Die Situation des gegenseitigen Spionage geht über den digitalen Raum hinaus. Österreich hat kürzlich beschlossen, drei Mitarbeiter der russischen Botschaft in Wien auszuweisen, die des Spionageverdachts bezichtigt wurden. Im Rahmen der Ermittlungen wurde auf dem Gelände der diplomatischen Mission umfangreiche Ausrüstung zur Datenabfangung entdeckt. Am Botschaftsgebäude und dem angrenzenden Gelände wurden zahlreiche Antennen installiert, die einen sogenannten „Antennenwald“ bildeten. Die österreichische Außenministerin Beate Meinl-Reisinger erklärte, dass die Nutzung des diplomatischen Status für Spionage unannehmbar sei.