Die britischen Schwergewichtler Tyson Fury und Anthony Joshua werden die Verhandlungen über den lang ersehnten Mega-Fight aller Wahrscheinlichkeit nach doch noch zu Ende bringen. Frys Manager Spencer Brown bestätigte, dass sich die Parteien einer endgültigen Einigung nähern, und der Kampf soll auf britischem Boden stattfinden. Dies berichtet Sport RBC.UA unter Berufung auf Sky Sports. Damit beginnen nach Monaten der Spekulationen um Datum und Austragungsort die Konturen der „großen britischen Boxshow“ sichtbar zu werden.

Einigung in Sicht

Laut Brown neigt Frys Team dazu, den Kampf im Vereinigten Königreich auszutragen, was eine maximale Auslastung der Tribünen und eine besondere Atmosphäre garantieren soll. „Wir sind näher dran, und es könnte genau dieses große britische Boxshow werden, auf das wir alle gehofft haben – mit Austragung in Großbritannien. Der Austragungsort wird noch diskutiert, unter den Optionen bleiben Cardiff und ‚Wembley‘. Alles sieht gut aus“, zitiert Sky Sports den Manager. Die Formulierung „näher dran“ deutet darauf hin, dass die finale Unterschrift unter dem Vertrag noch fehlt, die prinzipiellen Differenzen seien jedoch – nach Einschätzung von Frys Seite – beigelegt.

Auf der Suche nach einem Kompromiss: von New York bis Wales

Der Verlauf der Verhandlungen in den vergangenen Monaten zeigte deutliche Schwankungen bei der Wahl des Austragungsorts. Zunächst wurden die unterschiedlichsten Optionen erwogen – vom Londoner Stadion „Wembley“ bis hin zu einer Arena in New York, was den Wettbewerb der Promoter-Interessen zwischen dem europäischen und dem amerikanischen Markt widerspiegelte. Am Ende, so Brown, wurde die Austragung in Großbritannien zur kompromiss- und wahrscheinlichen Lösung. In der finalen Phase der Diskussionen bleiben laut ihm zwei Adressen: das Stadion in Cardiff (Wales) und „Wembley“ in London. Die Wahl zwischen ihnen bestimmt im Wesentlichen Umfang und Logistik der Veranstaltung.

Dezember als „beste Weihnachtsfeier“

Nicht weniger wichtig wurde das Datum. Während Frys Team in frühen Phasen noch eine Austragung bereits im November in Betracht gezogen hatte, verlagerte sich der Schwerpunkt nun zum Wintermonat. Brown erklärt dies mit einer Marketing-Logik: Bis Dezember hätten die Zuschauer ihre Arbeit vor den Feiertagen erledigt, was eine „unübertroffene Atmosphäre“ schaffen würde. „Sowohl November als auch Dezember werden erwogen, aber uns gefällt die Variante mit Dezember. Alle werden ihre Arbeit vor den Feiertagen abschließen, und das könnte die beste Weihnachtsfeier der Welt werden“, fügte der Manager hinzu. Damit wird der Dezember nicht nur zu einem Kalenderdatum, sondern zu einem Teil der Positionierung des Kampfes.

Widersprüchliche Angaben

In den Aussagen der Parteien und in den Einschätzungen der Experten gibt es eine Reihe von Unstimmigkeiten, die festgehalten werden sollten. Erstens der Austragungsort: Brown nennt zwei gleichwertige Optionen – Cardiff und „Wembley“ –, während in öffentlichen Äußerungen anderer Beteiligter (insbesondere in Aussagen im Zusammenhang mit Eddie Hearn) der Schwerpunkt gerade auf „Wembley“ als Hauptarena liegt. Die Frage „Cardiff oder London“ bleibt also formal offen, trotz der allgemeinen Einigung auf Großbritannien. Zweitens das Datum: In einigen Meldungen wird der November genannt, in anderen der Dezember, wobei der Dezember als bevorzugt, aber nicht festgelegt gilt. Drittens wurde in früheren Phasen auch New York als Austragungsort erwogen, was dem aktuellen Kurs auf eine Austragung im Vereinigten Königreich widerspricht. All diese Widersprüche erklären sich dadurch, dass der finale Vertrag noch nicht unterzeichnet ist und die öffentlichen Aussagen Zwischenpositionen und keine endgültigen Standpunkte widerspiegeln.

Kontext: lautstarke Ankündigungen und die Herausforderung an Usyk

Die Verhandlungen über den Kampf mit Joshua entwickeln sich vor dem Hintergrund anderer lautstarker Aussagen Frys. Zuvor hatte der Brite einen Kampf gegen Alexander Usyk öffentlich angekündigt, worauf der Ukrainer überraschend und zurückhaltend reagierte, und in zusätzlichen Materialien beschuldigte Fury sogar Joshua der Feigheit und warf Usyk eine Herausforderung. Dieser Hintergrund zeigt, dass um die Person Frys gleichzeitig mehrere potenzielle Mega-Fights kreisen, und genau deshalb wird die Finalisierung des Kampfes mit Joshua – mit konkretem Ort und Datum – als entscheidender Schritt wahrgenommen, der einen erheblichen Teil der Ungewissheit beseitigt. Bislang bleibt der wahrscheinlichste Stand ein Dezember-Kampf in Großbritannien – in Cardiff oder auf „Wembley“.