Am Montag, dem 15. Juni, beginnt in Frankreich der Gipfel der „Großen Sieben“ (G7), an dem die Anwesenheit des US-Präsidenten Donald Trump erwartet wird. Dieses Ereignis wird zu einem entscheidenden Moment für die Ukraine und europäische Führer, die die Zusammenkunft nutzen wollen, um kritisch wichtige Fragen im Zusammenhang mit der Unterstützung Kiews und dem Druck auf Russland zu klären.
Erfolge der Ukraine trotz Herausforderungen
Trotz der erheblichen Herausforderungen, denen die Ukraine gegenübersteht, zeigt das Land signifikante Erfolge. Insbesondere schneiden ukrainische Drohnen die Nachschublinien Russlands effektiv ab und schwächen so seine Armee und Wirtschaft. Darüber hinaus haben die Streitkräfte der Ukraine (AFU) vom technologischen Fortschritt profitiert, was ihnen erstmals seit 2023 ermöglichte, mehr Territorium zurückzuerobern, als sie verloren haben.
Dennoch bleiben Probleme bestehen. In dem Land gehen die Raketen für die Patriot-Luftabwehrsysteme zur Neige, und im Sommer sind erneut Stromausfälle möglich. Vor diesem Hintergrund strebt Kiew zusätzliche Unterstützung von westlichen Verbündeten an, um erfolgreiche Operationen gegen Russland fortzusetzen.
Drei Hauptaufgaben für den G7-Gipfel
Die Ukraine und Europa beabsichtigen, Donald Trump von drei wesentlichen Punkten zu überzeugen:
- Verstärkung der militärischen Unterstützung: Kiew hofft auf die Bereitstellung zusätzlicher Luftabwehrsysteme, einschließlich langreichweitiger Schlagwaffen, vor dem nächsten russischen Angriff. Der ukrainische Führer hat sich bereits an die USA gewandt, um die Herstellung von Patriot-Abfangjägern im Inland zu genehmigen, und an Deutschland mit dem Angebot, Dutzende Abfangjäger aus ihren Beständen zu erhalten, im Austausch gegen solche, die Kiew später produzieren wird.
- Finanzielle Hilfe: Die Europäische Union hat die finanziellen Bedürfnisse der Ukraine für die kommenden Monate durch ein Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro gedeckt. Kiew strebt jedoch mindestens weitere 20 Milliarden Euro an, um seine Erfolge auf dem Schlachtfeld zu festigen.
- Sanktionsdruck: Die Ukraine übt weiterhin Druck auf die USA und ihre Verbündeten aus, um den wirtschaftlichen Druck auf Moskau zu verstärken. Insbesondere hat die EU ihr 20. Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet, sich jedoch von einem Verbot des Seetransports russischer Öltanker zurückgehalten, in der Hoffnung, dass die USA diese Bemühungen auf dem G7-Gipfel unterstützen werden.
Änderung der Position von Trump
Im vergangenen Jahr kritisierte Donald Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj scharf für die Ablehnung eines Deals und warf ihm übermäßiges Eifer vor. Die Situation hat sich jedoch geändert: Die Lage der Ukraine hat sich verbessert, und nun hoffen europäische Diplomaten, dass der G7-Gipfel eine Gelegenheit für die Unterstützer Kiews bietet, ihre Unterstützung, einschließlich militärischer und finanzieller Mittel, deutlich zu bekräftigen.
Wie ein Diplomat eines der größten EU-Länder feststellte: „Heute übernehmen die Europäer fast 100 % der Hilfe für die Ukraine, aber für unsere G7-Partner, insbesondere die USA, ist es nach wie vor wichtig, ihren Beitrag fortzusetzen – oder zumindest ihre Unterstützung nicht noch weiter zu schwächen“.
Aussichten für Verhandlungen
Die Führer der G7-Länder beabsichtigen ebenfalls, Trump zu überzeugen, seinen Ansatz bei den Verhandlungen mit Russland über den Krieg in der Ukraine zu ändern. Europa vertritt die Auffassung, dass die aktuelle Frontlinie die Grundlage für zukünftige Verhandlungen bilden sollte. Obwohl kein separates bilaterales Treffen zwischen Trump und Selenskyj geplant ist, berichten Quellen, dass ein solches Treffen doch noch zustande kommen könnte.
Der G7-Gipfel bietet eine einzigartige Gelegenheit für die Ukraine und ihre Verbündeten, ihre Bemühungen zu konsolidieren und die langfristige Unterstützung Kiews im Konflikt mit Russland sicherzustellen.