In den Gängen der US-Regierung reift eine Entscheidung heran, die die Spielregeln für Tausende internationaler Studenten grundlegend verändern könnte. Die Verwaltung von Präsident Donald Trump erwägt die Einführung einer enormen Gebühr von 100.000 Dollar für diejenigen, die nach Abschluss ihres Studiums in dem Land bleiben und arbeiten möchten.

Ziel: Das OPT-Programm

Im Visier steht das beliebte Programm „Optional Practical Training“ (OPT). Genau dieses Programm ermöglicht es Inhabern von Studentenvisa, sich nach Erhalt ihres Abschlusses legal in Amerika aufzuhalten, um die notwendige Berufserfahrung zu sammeln. Laut dem Institute of International Education nutzten im Herbst des vergangenen Jahres fast 300.000 Personen diese Möglichkeit. Dies entspricht einem Viertel aller internationalen Studierenden in den USA.

Sollte die Initiative genehmigt werden, wird die Teilnahme am Programm für die überwältigende Mehrheit der Absolventen finanziell unerschwinglich. Tatsächlich könnte dies das Ende des Zeitalters der zugänglichen Nachstudienpraxis für Ausländer bedeuten.

Offizielle Position und Motive

Die Informationen über die Pläne wurden durch die Agentur Bloomberg bekannt. Eine Quelle, die mit dem Verlauf der internen Beratungen vertraut ist, bestätigte die Diskussion der Idee, bat jedoch um Anonymität. Im Weißen Haus hat man bisher eine abwartende Haltung eingenommen: Ein Vertreter der Verwaltung erklärte, dass endgültige Entscheidungen über unvermeidliche Politikänderungen noch nicht getroffen wurden, jedoch wurde die Tatsache der Prüfung des Vorschlags nicht dementiert.

Hauptargument für die strengen Maßnahmen ist der Kampf gegen Verstöße. Die Verwaltung ist der Ansicht, dass das OPT-Programm zu einem bequemen Instrument für Visabetrug und die illegale Verlängerung des Aufenthalts im Land geworden ist. Dieser Ansatz fügt sich logisch in die allgemeine Linie der Verschärfung der Migrationskontrolle ein.

Präzedenzfälle und Kontext

Die Idee einer gigantischen Gebühr von 100.000 Dollar ist nicht isoliert. Sie stimmt mit früheren Versuchen der Trump-Verwaltung überein, die Bedingungen für das H-1B-Visum zu verschärfen, das für hochqualifizierte Fachkräfte, insbesondere im Technologiebereich (STEM), bestimmt ist. Zuvor hatte ein Bundesrichter eine ähnliche Gebühr für unrechtmäßig erklärt, doch die US-Behörden haben diese Entscheidung bereits angefochten.

Parallel dazu hat das US-Ministerium für Innere Sicherheit bereits Änderungen in den Aufenthaltsregeln vorgenommen. In diesem Monat wurde die Praxis abgeschafft, die es Studenten erlaubte, sich während des gesamten Studienzeitraums im Land aufzuhalten. Jetzt ist die maximale Dauer auf vier Jahre begrenzt, es sei denn, der Student erhält eine spezielle Verlängerung.