---
title: "Die geheime Insel Lysyi: Wie Russland eine Veterinär-Laboratorium zu einem Objekt mit Pathogenen der Gruppe I umwandelte"
description: "Das ukrainische HUR hat Details zur Arbeit eines geheimen Komplexes auf der Insel Lysyi in der Region Twer offengelegt: Das Objekt wird seit 2022 zu einem Labor mit Pathogenen der Gruppe I umgebaut, wird vom FSB bewacht und ist seit 2023 für den Zugang gesperrt."
date: 2026-08-29T12:28:07.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/geheimer-biokomplex-insel-lysyi-region-twer
tags: [russia, biological-weapons, tver-region, ukraine-intelligence, secret-facility, fmbu]
publisher: "XAB.info"
---

# Die geheime Insel Lysyi: Wie Russland eine Veterinär-Laboratorium zu einem Objekt mit Pathogenen der Gruppe I umwandelte

![Forscher in Schutzausrüstung arbeitet mit einer Pipette in einem Labor zur Untersuchung gefährlicher Pathogene auf der Insel Lysyj](https://xab.info/media/2026/08/29/sekretnyi-biokompleks-ostrov-lysyi-tverskaya-oblast/sekretnyi-biokompleks-ostrov-lysyi-tverskaya-oblast-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Auf der Insel Lysyi in der Region Twer wird seit 2022 ein Komplex saniert, der laut HUR im Interesse des russischen Verteidigungsministeriums arbeitet
- Die Stellenanzeige des russischen FMBА für die Insel verlangt die Arbeit mit Pathogenen der Gruppe I – Pest, Ebola, Pocken, Milzbrand
- Das Gewässer um die Insel ist seit 2023 gesperrt, das Objekt wird vom FSB, der FSO, einer Garnison und Flugabwehrraketenanlagen bewacht
- Die Sanierung verläuft parallel zur Entwicklung des 48. Zentralen Forschungsinstituts des Verteidigungsministeriums bei Moskau im Rahmen eines Programms

Auf der abgeriegelten Insel Lysyi in der russischen Region Twer befindet sich laut Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes ein geheimes Komplex, der mit militärischen biologischen Forschungen in Verbindung stehen könnte. Dies erklärte der Vertreter des Hauptverwaltung für Aufklärung (HUR) Andrej Tschernjak in einem Interview mit dem Kyiv Post, auf das sich RBC-Ukraine beruft. Seinen Worten zufolge untersteht das Objekt formal dem Föderalen Medizino-Biologischen Agent der RF, arbeitet faktisch jedoch im Interesse des russischen Verteidigungsministeriums. Der seit 1938 bestehende Komplex wurde ursprünglich zur Erforschung von Tierkrankheiten genutzt, erlangte nach einer umfassenden Sanierung, die 2022 begann, jedoch Merkmale, die mit einer rein veterinärmedizinischen Nutzung unvereinbar sind.

### Von der Veterinärstation zur Anlage mit verstärktem Schutz

### 

Die Geschichte des Komplexes auf der Insel Lysyi reicht fast neunzig Jahre zurück. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verfiel das Objekt allmählich und war im Wesentlichen verlassen. Der Wendepunkt kam im Jahr 2022, als Russland mit einer großangelegten Sanierung begann: Die alten Gebäude wurden abgerissen und an ihrer Stelle neue Laborräume mit verstärktem Schutz errichtet. Laut Einschätzung des ukrainischen Geheimdienstes sind diese Bauten für die Arbeit mit biologischen Proben und chemischen Stoffen bestimmt und werden als wichtiger Bestandteil der „Sicherung der Verteidigungsfähigkeit und Sicherheit Russlands“ betrachtet. Offiziell trägt das Objekt den Namen „Zentrum für experimentelle Physiologie“, und die russische Seite behauptet, dort würden Krankheiten von Nutztieren, darunter Brucellose und Tuberkulose, erforscht.

### Die Stellenanzeige, die alles erklärt

Ein entscheidender Hinweis auf die eigentliche Bestimmung des Komplexes ist die Tatsache, die im Mai 2026 festgehalten wurde: Das Föderale Medizino-Biologische Agent der RF veröffentlichte eine Stellenanzeige für eine Laborantenstelle auf der Insel. Zu den Anforderungen an die Bewerber gehörte die Arbeit mit pathogenen biologischen Agenten der Gruppen I–IV. Nach der russischen Klassifikation gehören zur gefährlichsten Gruppe I die Erreger besonders gefährlicher Infektionen – Pest, Ebola, Pocken und Milzbrand. Genau diese Anforderung macht es aus Sicht des ukrainischen Geheimdienstes unmöglich, das Objekt ausschließlich als Veterinär-Laboratorium zu interpretieren, und wirft Fragen über die Art der dort durchgeführten Arbeiten auf.

### Gesperrtes Gewässer und mehrstufige Bewachung

Für sich genommen wirft die geografische Lage des Komplexes Fragen auf. Die Insel Lysyi ist von einem Gewässer umgeben, auf das seit 2023 offiziell kein Zugang mehr besteht. „Der Kreml will nicht, dass jemand dort hineinkommt und feststellt, was dort geschieht“, betonte Tschernjak. Laut seinen Angaben wird das Objekt auf höchstem Niveau bewacht: Für die Sicherheit sind Einheiten des FSB und des Föderalen Dienstes für Schutz, eine militärische Garnison sowie Flugabwehrraketenkomplexe und Mittel der elektronischen Kampfführung eingesetzt. Außerdem erinnerte Tschernjak daran, dass der US-Geheimdienst das Objekt bereits in den 1950er- und 1960er-Jahren als möglichen Entwicklungsort für biologische Waffen betrachtete.

### Parallele Programme und Risiken für die Bevölkerung

Die Sanierung des Komplexes auf der Insel Lysyi verlief laut HUR parallel zur Entwicklung des 48. Zentralen Forschungsinstituts des russischen Verteidigungsministeriums, das sich bei Moskau befindet. Der ukrainische Geheimdienst behauptet, dass beide Objekte im Rahmen eines einzigen Finanzierungsprogramms wiederhergestellt wurden. Tschernjak warnte auch vor möglichen Folgen eines Unfalls: Das Eindringen aggressiver chemischer Stoffe ins Wasser könnte das lokale Ökosystem zerstören, woraufhin sich die Verschmutzung über die Flüsse ausbreiten und Hunderttausende von Menschen den Zugang zu Trinkwasser entziehen würde. Noch gefährlicher könnte aus seiner Sicht das Eindringen pathogener Mikroorganismen in die Wasserumgebung werden, und die russischen Behörden könnten, so die Vermutung des HUR-Vertreters, die Bevölkerung in einem solchen Fall nicht über das tatsächliche Ausmaß der Bedrohung informieren. Erinnerung: Am 21. August 2026 teilte das HUR offiziell mit, dass Russland einen geheimen militärisch-biologischen Komplex auf der Insel Lysyi in der Region Twer errichtet hat.

### Widersprüchliche Angaben

Zwischen den offiziellen Erklärungen der russischen Seite und den Einschätzungen des ukrainischen Geheimdienstes bestehen eine Reihe wesentlicher Abweichungen. Erstens ist das Objekt formal dem Föderalen Medizino-Biologischen Agent der RF zugeordnet, während das HUR behauptet, dass es faktisch im Interesse des Verteidigungsministeriums arbeitet. Zweitens positioniert die russische Seite das „Zentrum für experimentelle Physiologie“ als Einrichtung, die sich mit der Erforschung von Nutztierkrankheiten befasst, während die Stellenanzeige für die Arbeit mit Pathogenen der Gruppe I (Pest, Ebola, Pocken, Milzbrand) nicht in den Rahmen einer veterinärmedizinischen Tätigkeit passt. Drittens kommt in den Ausgangsmaterialien eine variable Schreibweise des Inselnamens vor – „Lysyi“ und „Lysyj“ –, was zwar nicht die Essenz berührt, aber auf das Fehlen eines einheitlichen offiziellen Namens in den öffentlichen Quellen hinweist. Die russische Seite kommentierte die Aussagen des ukrainischen Geheimdienstes öffentlich nicht.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [Tödliche Pathogene, FSB und eine gesperrte Insel: Das HUR enthüllt die Geheimnisse des russischen Biolabors](https://www.rbc.ua/ukr/news/smertelni-patogeni-fsb-i-zakritiy-ostriv-1788006360.html) - Единственный источник. Интервью А. Черняка (ГУР) Kyiv Post. Все факты (год основания 1938, реконструкция 2022, закрытие акватории 2023, вакансия ФМБА в мае, охрана ФСБ/ФСО, параллельная программа с 48-м ЦНИИ) взяты из этого заявления. Российская сторона не опровергла и не подтвердила.

## ❓ FAQ

### Q: Was ist die Insel Lysyi und wo befindet sie sich?
**A:** Die Insel Lysyi liegt in der russischen Region Twer. Auf ihr befindet sich seit 1938 ein Objekt, das offiziell „Zentrum für experimentelle Physiologie“ heißt. Seit 2023 ist das Gewässer um die Insel für den Zugang gesperrt.

### Q: Welche Pathogene werden im Zusammenhang mit diesem Objekt erwähnt?
**A:** In der Stellenanzeige des russischen FMBА für die Arbeit auf der Insel ist die Anforderung der Arbeit mit pathogenen biologischen Agenten der Gruppen I–IV angegeben. Zur Gruppe I (der gefährlichsten) nach der russischen Klassifikation gehören die Erreger von Pest, Ebola, Pocken und Milzbrand.

### Q: Wem untersteht das Objekt formal?
**A:** Offiziell befindet sich das Objekt in der Zuständigkeit des Föderalen Medizino-Biologischen Agent der Russischen Föderation. Laut Angaben des ukrainischen HUR arbeitet der Komplex jedoch faktisch im Interesse des russischen Verteidigungsministeriums.

### Q: Wann begann die Sanierung des Komplexes?
**A:** Laut dem HUR-Vertreter Andrej Tschernjak begann die umfassende Sanierung im Jahr 2022: Die alten Gebäude wurden abgerissen und an ihrer Stelle neue Laborräume mit verstärktem Schutz errichtet.

### Q: Welche Risiken werden mit einem möglichen Vorfall auf dem Objekt in Verbindung gebracht?
**A:** Das HUR warnt, dass das Eindringen aggressiver chemischer Stoffe oder pathogener Mikroorganismen ins Wasser das Ökosystem der Region Twer und der Nachbarregionen zerstören und Hunderttausende von Menschen den Zugang zu Trinkwasser entziehen könnte.