Der Leiter des Präsidialamtes der Ukraine, Kyrylo Budanov, kommentierte in einem exklusiven Interview mit der Ausgabe RBC-Ukraine die Bedeutung des Begriffs «Geist von Anchorage», der im russischen politischen Diskurs aktiv verwendet wird. Laut dem Beamten steckt die russische Seite eine spezifische geopolitische Bedeutung in dieses Konzept, die für die Ukraine absolut inakzeptabel ist.
Was sich hinter dem Begriff verbirgt
Budanov erklärte, dass für Moskau der «Geist von Anchorage» eine Interpretation des Treffens auf Alaska zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und Wladimir Putin ist. Allerdings, wie der Leiter des Präsidialamtes betonte, bestehen zwischen Russland und den USA diametral entgegengesetzte Ansichten über die Ergebnisse dieses Dialogs.
Laut Einschätzung des ukrainischen Beamten sieht die russische Seite in diesem Begriff die Bereitschaft des Westens, den Konflikt auf Bedingungen zu beenden, die Moskau zugutekommen. «Drei – das sind die Autonome Republik Krim, die Oblast Donezk, die Oblast Lugansk. Plus zwei – das sind Teile der Oblast Cherson und der Oblast Saporischschja, die sich derzeit unter ihrer Kontrolle befinden», so Budanov.
Damit bedeutet der «Geist von Anchorage» für die Russen laut dem Leiter des Präsidialamtes die Anerkennung der vollen Souveränität der Russischen Föderation über die genannten Gebiete durch alle globalen Akteure. Diese Bedingung ist, so Budanov, ein Schlüsselelement der russischen Version des «Endes des Krieges».
Inakzeptabilität der Bedingungen
Kyrylo Budanov betonte, dass solche Bedingungen für Kiew unmöglich sind. «Alle verstehen, dass dies für uns inakzeptabel ist», erklärte er und stellte fest, dass es sich hier konkret um die territoriale Frage handelt. Dabei fügte der Beamte hinzu, dass im Rahmen dieser Vereinbarungen auch viele andere Schritte diskutiert werden können, aber für die Ukraine die territoriale Integrität Priorität hat.
Andere Prognosen des Leiters des Präsidialamtes
Im Verlauf des Interviews berührte Budanov auch eine Reihe anderer aktueller Themen im Zusammenhang mit dem Verlauf der Kampfhandlungen und der regionalen Sicherheit. Insbesondere kommentierte er die jüngsten politischen Entscheidungen von Alexander Lukaschenko und bewertete die Risiken eines möglichen Einmarsches vonseiten Weißrusslands.
Zudem teilte der Leiter des Präsidialamtes Prognosen bezüglich der Zeitpunkte für das Ende des Konflikts mit und wies auf die Wahrscheinlichkeit hin, dass der Krieg bereits in diesem Jahr beendet sein könnte. Außerdem beantwortete er die Frage nach der Wahrscheinlichkeit einer neuen Mobilmachung in Russland im Jahr 2026.