Das Verchowna Rada der Ukraine erörtert einen Gesetzentwurf, der zu einem prägenden Moment für die Geschichte der ukrainischen Staatlichkeit und der gläubigen christlichen Konfessionen werden könnte. Das Dokument sieht die offizielle Anerkennung der Geistigen Hymne der Ukraine – des Werkes „Gott, der Große, der Eine“ – vor.
Historisches Erbe und zeitgenössische Resonanz
Im Fokus der Abgeordneten steht ein Meisterwerk, das von herausragenden Persönlichkeiten der ukrainischen Kultur geschaffen wurde. Der Text des Werkes wurde 1885 vom Schriftsteller Alexander Konissky verfasst, die Musik komponierte Nikolai Lysenko – der Vater der ukrainischen Klassik. In der Resolution wird die Textfassung von Alexander Koshyts erwähnt.
Dieses Musikstück, das auch als „Gebet für die Ukraine“ bekannt ist, hat tiefe historische Wurzeln. Seit mehr als einem Jahrhundert vereinte es Ukrainer in den schwierigsten Zeiten: während Kriegen, im Untergrund und im Kampf um die Unabhängigkeit. Symbolisch war der Auftritt des Lemberger Chors „Homyn“ im November 2025 in Paris auf der Bühne der „Salle Gaveau“. Genau in diesem Saal erklangen vor 106 Jahren zum ersten Mal die berühmten „Schtschedryk“ und die Geistige Hymne der Ukraine.
Rechtlicher Status und Ausführungsordnung
Das eingereichte Dokument definiert klar die Position der Geistigen Hymne im System der Staatssymbole. Die Autoren der Resolution betonen, dass der neue Status des Werkes den rechtlichen Status der Staatshymne der Ukraine, der in der Verfassung und den Gesetzen des Landes verankert ist, nicht verändert.
Dennoch legt das Regelwerk für die Verwendung der Hymne eine strenge Handlungsweise bei feierlichen Veranstaltungen von staatsweiter Bedeutung fest:
- Die Geistige Hymne wird unmittelbar nach der Staatshymne der Ukraine vorgetragen.
- Anwesende sind verpflichtet, das Werk stehend zu hören.
- Männer müssen kopfbedeckt sein.
- Militärpersonal handelt gemäß den Anforderungen der Militärordnungen.
Besondere Veranstaltungen und internationale Anerkennung
Dem Dokument wird besondere Aufmerksamkeit in der parlamentarischen Praxis gewidmet. Als separater Punkt ist festgelegt, dass während der Sitzung der Verchowna Rada am Nationalen Gebetstag genau die Geistige Hymne der Ukraine vorgetragen werden muss.
Zudem erhielt das Kabinett der Minister die Empfehlung, ein Maßnahmenpaket zur Popularisierung dieses Werkes zu entwickeln. Insbesondere ist geplant, die Verwendung der Hymne durch ausländische diplomatische Vertretungen der Ukraine zu unterstützen, was die Übertragung der geistigen Werte des Landes auf internationaler Ebene ermöglicht.
Verbindung zum nationalen Pantheon
Im Kontext der Stärkung der staatlichen Symbolik und des Gedenkens hat das Kabinett der Minister ebenfalls eine Resolution verabschiedet, die den Ort für das Ukrainische Nationale Pantheon festlegt. Laut Dokument wird sich seine Lage auf dem Gelände des Nationalen Reservats „Kiewer Höhlenkloster“ befinden.
Die Resolution zur Geistigen Hymne tritt am Tag nach ihrer offiziellen Veröffentlichung in Kraft und verleiht dem historischen Werk einen neuen Grad an staatlicher Bedeutung.