Im Fokus der internationalen Militärgemeinschaft steht ein massiver Skandal im Zusammenhang mit der Nichterfüllung von Lieferverpflichtungen für Munition für die Ukraine. Obwohl die Administration von Joe Biden bereits im April 2022 533 Millionen Dollar für die Produktion von Artilleriemunition bereitgestellt hatte, hat die ukrainische Armee bis heute nicht ein einziges Geschoss aus dieser Charge erhalten. Wie sich herausstellte, übernahm der US-Konzern General Dynamics die Umsetzung des Projekts, der trotz der enormen Finanzierung nicht einmal minimale Produktionsmengen sicherstellen konnte.

Produktionskollaps und Probleme mit der Ausrüstung

Laut einer Untersuchung von ProPublica, auf die sich das Magazin RBK-Ukraine bezog, traten die Hauptprobleme bei der Einführung der Technologien auf. Der Werk von General Dynamics stieß auf kritische Ausfälle bei der Arbeit teurer Ausrüstung. Ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens berichten, dass im Sommer 2024 im Produktionsbetrieb ständig Brände ausbrachen, was auf schwerwiegende Verstöße bei der Inbetriebnahme oder Defekte der Maschinen selbst hindeutet. Diese Vorfälle verhinderten die Etablierung einer stabilen Fertigungslinie, die für die Erfüllung staatlicher Aufträge unter Kriegsbedingungen notwendig war.

Stilllegung der Linien und Verfehlung von Fristen

Die Situation verschlimmerte sich im August 2025, als das US-Landheer, das das Projekt finanziert, anweisen musste, zwei der drei Produktionslinien stillzulegen. Zu diesem Zeitpunkt hatte General Dynamics die festgelegten Lieferfristen bereits achtmal verfehlt. Die dritte Linie, die weiterhin in Betrieb war, erwies sich ebenfalls als ineffizient: Stand Juli 2026 hatte das Unternehmen noch kein einziges einsatzfähiges Geschoss hergestellt. Das bedeutet, dass das Ergebnis für die ukrainische Seite nach fast vier Jahren Vertragslaufzeit null ist.

Fehlende Verantwortung und Kontrast zu Wettbewerbern

Trotz des totalen Scheiterns und der Verschwendung von 533 Millionen Dollar der Steuerzahler hat General Dynamics keine Verantwortung für die Nichterfüllung der Aufgaben übernommen. Sanktionen wurden weder gegen den Hauptauftragnehmer noch gegen den türkischen Subunternehmer verhängt, der die Ausrüstung lieferte, die Ursache der Produktionsprobleme war. Gleichzeitig hat der deutsche Konzern Rheinmetall vor dem Hintergrund dieses Scheiterns bereits seine Effizienz unter Beweis gestellt, indem er der ukrainischen Armee erstmals die neuesten RH1412-Geschosse übergeben hat. Der Kontrast zwischen der erfolgreichen Arbeit der europäischen Partner und der vollständigen Stagnation des amerikanischen Projekts wurde zum Anlass für heftige Diskussionen in militärpolitischen Kreisen.

Widersprüchliche Daten

Bei der Analyse der Situation zeigten sich bestimmte Diskrepanzen in den Versionen. Die offiziellen Vertreter von General Dynamics scheinen das totale Scheitern nicht anzuerkennen und verweisen auf technische Schwierigkeiten als höhere Gewalt, doch die tatsächlichen Daten über die Null-Lieferungen bis Juli 2026 bleiben unbestritten. Gleichzeitig deuten Quellen im Pentagon und im Werk auf systematische Fehler bei der Beschaffung von Ausrüstung hin, die möglicherweise bereits vorher bekannt waren, aber ignoriert wurden, um den schnellen Start des Projekts zu gewährleisten.