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title: "Genetiker erklärt, wie DNA-Tests eine Krebsneigung aufdecken und warum eine Veranlagung kein Urteil ist"
description: "Der Genetiker Dmitri Mykytenko erklärte im Interview mit RBC-Ukraine, dass DNA-Tests eine Krebsneigung aufdecken, aber keine Krankheit garantieren: Das Risiko hängt vom Ausmaß der Störung der Schutzgene ab, und reproduktive Technologien ermöglichen es, die Mutation nicht an die Kinder weiterzugeben."
date: 2026-08-28T06:12:02.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/genetische-tests-krebsneigung-dna-analyse-krebsrisiko
tags: [genetic-testing, cancer-predisposition, dna-analysis, oncology, brca, tp53, family-cancer-syndrome, reproductive-technology]
publisher: "XAB.info"
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# Genetiker erklärt, wie DNA-Tests eine Krebsneigung aufdecken und warum eine Veranlagung kein Urteil ist

![Genetiker in blauer Handschuh hält eine Blutprobe für einen DNA-Test auf Krebsneigung im Labor](https://xab.info/media/2026/08/28/geneticheskie-testy-onkologiya-dna-analiz-risk-raka/geneticheskie-testy-onkologiya-dna-analiz-risk-raka-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Genetische Tests decken eine Krebsneigung auf, garantieren aber nicht die Entwicklung von Krebs – das Risiko hängt vom Ausmaß der Störung der Schutzgene ab
- 10–30 % der Tumore stehen mit vererbten Formen in Verbindung; spontane Mutationen bleiben die Hauptursache für Krebs
- Das Manifestationsalter der Erkrankung variiert von der frühen Kindheit bis zu 60–70 Jahren, je nach Effizienz des Zellschutzsystems
- Die BRCA-Gene sind an bestimmte Organe gebunden, während eine Störung von TP53 zu Tumoren in verschiedenen Geweben führen kann
- Moderne reproduktive Technologien ermöglichen es, Embryonen zu prüfen und denjenigen auszuwählen, der die Mutation nicht trägt

Genetische Tests können eine Neigung des Menschen zu Krebserkrankungen aufdecken, doch das Vorhandensein einer solchen Veranlagung bedeutet nicht zwangsläufig die Entwicklung von Krebs. Wie der Genetiker Dmitri Mykytenko im Interview mit RBC-Ukraine erklärte, ist der entscheidende Faktor das Ausmaß der Störung der Gene, die für den Schutz der Zellen und die Korrektur von Fehlern in der DNA verantwortlich sind. Genau von der Effizienz dieser Mechanismen hängt ab, ob und in welchem Alter die Erkrankung ausbricht.

### Spontane Mutationen gegenüber vererbten Formen

In den meisten Fällen entsteht Krebs infolge einer spontanen Mutation, die die normale Funktion der Zelle stört und zu ihrem unkontrollierten Wachstum führt. Allerdings, so erklärte Mykytenko, können etwa 10–30 % der Tumore mit familiären vererbten Formen in Verbindung stehen – je nach Lokalisation der Erkrankung. „Vererbte familiäre Formen sind an sich keine Tumore, sondern schaffen Bedingungen, unter denen das System zur Fehlerbehebung schlecht funktioniert“, betonte der Genetiker. Somit bildet die Vererbung nicht den Krebs selbst, sondern ein Umfeld, in dem Mutationen schneller und mit höherer Wahrscheinlichkeit zu einem pathologischen Prozess führen.

### Das Manifestationsalter hängt vom Ausmaß der Störung der Schutzmechanismen ab

Der Genetiker erläuterte im Detail, wie die Effizienz des Zellschutzsystems den Zeitpunkt des Krankheitsausbruchs beeinflusst. Wenn der Schutzmechanismus überhaupt nicht funktioniert, kann sich der Krebs in sehr jungem Alter manifestieren. Bei mittlerer Effizienz des Systems können Störungen im Alter von 30–40 Jahren auftreten. Wenn die Störungen geringfügig sind, sammeln sich Mutationen deutlich länger an, und die Erkrankung kann sich erst mit 60–70 Jahren bemerkbar machen. Das bedeutet, dass die Prognose hinsichtlich Zeitpunkt und Wahrscheinlichkeit der Krebsentwicklung auch bei Vorliegen einer genetischen Veranlagung äußerst individuell ist.

### BRCA und TP53: Gene mit unterschiedlicher „Wirkreichweite“

Als anschauliches Beispiel führte Mykytenko das BRCA-Gen an – eine der Schlüsselkomponenten des Systems zur Korrektur von Fehlern in der DNA. Es wird traditionell mit Brust- und Eierstockkrebs bei Frauen sowie mit Prostatakrebs bei Männern in Verbindung gebracht. Es gibt jedoch auch Gene, die nicht an ein bestimmtes Organ gebunden sind. So soll das TP53-Gen das Programm des Zelltods auslösen, wenn in der Zelle bereits eine Mutation festgestellt wurde. Wenn dieser Mechanismus gestört ist, teilt sich die Zelle weiter, und der Tumor kann in den unterschiedlichsten Organen entstehen. Genau deshalb kann in einer Familie bei verschiedenen Mitgliedern Krebs mit unterschiedlicher Lokalisation diagnostiziert werden – eine solche Situation wird in der Medizin als familiäres Krebs-Syndrom bezeichnet.

### Genetische Veranlagung ist kein Urteil

Wichtig ist zu betonen: Das Vorhandensein einer genetischen Veranlagung bedeutet an sich keine hundertprozentige Entwicklung einer Krebserkrankung. Das Risiko bleibt stets probabilistisch und nicht deterministisch. Dennoch ermöglicht die Kenntnis des eigenen genetischen Profils, dass sich ein Mensch bewusster um Prävention kümmert, gezielte Screenings durchführt und rechtzeitig Fachleute aufsucht. Der Genetiker wies auch darauf hin, dass moderne reproduktive Technologien es ermöglichen, Embryonen auf das Vorhandensein einer Mutation zu prüfen, wenn eine Person über ihre Krebsneigung Bescheid weiß und ein Kind plant. „Wir können Embryonen prüfen und auswählen, welcher diese Veranlagung nicht haben wird“, sagte Mykytenko und wies auf die realen Möglichkeiten der genetischen Beratung im Rahmen der Familienplanung hin.

### Widersprüchliche Daten

In den bereitgestellten Quellen zur Faktenprüfung wurden keine direkten Widersprüche in den Zahlen oder dem Interviewdatum festgestellt. Beide Quellen (RBC-Ukraine und novosti.ua) beziehen sich auf dasselbe Interview des Genetikers Dmitri Mykytenko und wiedergeben identische Schätzungen: den Bereich von 10–30 % für vererbte Formen sowie die Altersgrenzen von 30–40 und 60–70 Jahren. Die einzige Einschränkung ist methodischer Natur: Die Angabe „etwa 10–30 %“ ist eine Verallgemeinerung und hängt – laut dem Genetiker selbst – von der Lokalisation des Tumors ab, was den genauen Prozentsatz für einen konkreten Patienten zu einem relativen Wert macht.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [Genetische Krebsneigung: Können DNA-Tests das Krebsrisiko vorhersagen](https://www.rbc.ua/ukr/news/genetichna-onkoshilnist-chi-mozhut-dnk-testi-1787769452.html) - Первоисточник интервью генетика Дмитрия Микитенко. Все цитаты, цифры (10–30%, 30–40 лет, 60–70 лет) и примеры (BRCA, TP53) соответствуют тексту.
- [Genetische Tests und Krebsrisiko: Was DNA-Analysen zeigen](https://novosti.ua/society/geneticheskie-testy-na-rak-mogut-li-dnk-analizy-predskazat-onkorisk) - Вторичный источник, воспроизводящий то же интервью. Данные согласованы с первоисточником, противоречий не выявлено.

## ❓ FAQ

### Q: Bedeutet es, dass ich mit Sicherheit krank werde, wenn ein genetischer Test eine Veranlagung zu Krebs gezeigt hat?
**A:** Nein. Laut dem Genetiker Dmitri Mykytenko schafft eine genetische Veranlagung Bedingungen, unter denen das System zur Korrektur von Fehlern in der DNA weniger effektiv arbeitet, ist aber kein Urteil. Das Risiko hängt vom Ausmaß der Genstörung ab und bleibt probabilistisch.

### Q: Welcher Prozentsatz der Tumore steht mit Vererbung in Verbindung?
**A:** Etwa 10–30 % der Tumore können mit familiären vererbten Formen in Verbindung stehen, je nach Lokalisation der Erkrankung. Die übrigen Fälle werden hauptsächlich durch spontane Mutationen verursacht.

### Q: In welchem Alter kann sich ein erblicher Krebs manifestieren?
**A:** Wenn das Zellschutzsystem überhaupt nicht funktioniert, kann sich die Erkrankung in sehr jungem Alter manifestieren. Bei mittlerer Effizienz – mit 30–40 Jahren, bei geringfügigen Störungen – mit 60–70 Jahren.

### Q: Kann man die genetische Veranlagung zu Krebs nicht an die Kinder weitergeben?
**A:** Ja. Moderne reproduktive Technologien ermöglichen es, Embryonen auf das Vorhandensein einer Mutation zu prüfen und denjenigen auszuwählen, der keine Krebsneigung trägt, wie der Genetiker Mykytenko erklärte.

### Q: Wodurch unterscheidet sich das BRCA-Gen vom TP53-Gen im Kontext der Onkologie?
**A:** BRCA ist an bestimmte Organe gebunden (Brust, Eierstöcke, Prostata), während TP53 nicht an ein bestimmtes Organ gebunden ist: Bei seiner Störung kann der Tumor in verschiedenen Geweben entstehen, was familiäre Krebs-Syndrome mit unterschiedlicher Lokalisation erklärt.