Georgien ist mit einer neuen schweren Energiekatastrophe konfrontiert. Innerhalb von zwei Tagen erlebte das Land zwei großflächige Stromausfälle, die Millionen Menschen ohne Licht ließen und den Betrieb der wichtigsten Infrastruktur lahmlegten. Der zweite Ausfall am Morgen bestätigte erneut die Verwundbarkeit des nationalen Energiesystems.
Lähmung der Infrastruktur in Tiflis und den Regionen
Der neue Blackout ereignete sich gegen 08:00 Uhr Ortszeit. Der Ausfall wurde in der Hauptstadt Tiflis sowie in den größten Städten des Landes registriert: Batumi, Kutaisi und einer Reihe weiterer Ortschaften. Die Folgen der Störung waren weitreichend und betrafen alle Lebensbereiche.
In Tiflis musste der U-Bahn-Betrieb vorübergehend eingestellt werden, was zu Unterbrechungen im Zugverkehr führte. Die Situation verschärfte sich durch das Stillstand von Pumpstationen: In Teilen der Stadt fiel die Wasserversorgung vollständig aus. Nutzer berichteten zudem massenhaft über eine instabile mobile Internetverbindung, was die Kommunikation in diesem kritischen Moment erschwerte.
Schnelle Wiederherstellung und fehlende Erklärungen
Trotz der Schwere des Vorfalls begann die Wiederherstellung der Stromversorgung praktisch sofort. In einigen Stadtteilen von Tiflis kehrte das Licht bereits etwa eine halbe Stunde nach dem Ausfall zurück. Dennoch bleiben die offiziellen Ursachen des Ausfalls trotz der Wiederherstellung der Netze unbekannt.
Das staatliche Stromnetz Georgiens (GSE) hat bisher keine Kommentare dazu abgegeben, was die Ursache für den neuen großflächigen Ausfall war. Dieses Fehlen von Informationen vor dem Hintergrund wiederkehrender Störungen löst in der Öffentlichkeit ernste Besorgnis aus.
Nachhall des ersten Blackouts und Untersuchung
Der aktuelle Ausfall ereignete sich weniger als 30 Stunden nach dem vorherigen massiven Blackout, der in der Nacht zum 24. Juli einen Großteil des Landes ohne Strom ließ. Damals zog sich die Wiederherstellung des Energiesystems fast die ganze Nacht hin; ohne Strom blieben nicht nur Tiflis, Batumi und Kutaisi, sondern auch Kobuleti, Telawi und andere Städte. In einigen Regionen gab es zudem Unterbrechungen bei der Mobilfunkverbindung und der Ampelanlagen.
Nach dem ersten Vorfall berief die Nationale Regulierungsbehörde für Energie und Wasserversorgung Georgiens (GNERC) eine Notversammlung ein und leitete eine sofortige Untersuchung ein. Der Regulierungsbehörde gewährte der Arbeitsgruppe Zugang zu Daten aller Energieunternehmen des Landes und kritisierte die Netzbetreiber scharf für das Fehlen schlüssiger Erklärungen für die Ursache der Störung.
Bisher haben die Behörden keine offizielle Version der Ursachen des ersten Blackouts veröffentlicht. Der Betreiber GSE wies die Gerüchte über einen Unfall an der Hochspannungsleitung zur Türkei zurück, und die Leitung des Inguri-Kraftwerks erklärte, dass auf dem Gelände keine Störungen aufgetreten seien. Die Wiederholung der Situation nach nur einem Tag wirft Fragen zur Wirksamkeit der ergriffenen Maßnahmen und zur Belastbarkeit des Energiesystems auf.