Die georgische Regierung hat beschlossen, die Programme zur finanziellen und medizinischen Unterstützung für ukrainische Staatsbürger, die infolge der Kampfhandlungen in das Land eingereist sind, zu verlängern. Der entsprechende Erlass wurde vom Premierminister Irakli Kobachidze unterzeichnet. Die neuen Laufzeiten der Programme sind bis zum 1. Oktober 2026 geplant.
Finanzielle Unterstützung und Bedingungen der Zahlungen
Den aktualisierten Regeln zufolge erstreckt sich das Programm der materiellen Hilfe nicht nur auf ukrainische Staatsbürger, sondern auch auf Personen, die das Recht auf einen dauerhaften Aufenthalt in der Ukraine haben, sofern sie ebenfalls gezwungen waren, ihr Heimatland aufgrund des Krieges zu verlassen. Die Zahlungen werden von der Agentur für soziale Dienste Georgiens durchgeführt.
Die wichtigsten Parameter der finanziellen Unterstützung bleiben unverändert:
- Familien erhalten 300 Lari (ca. 100 Euro) pro Monat für die Wohnkosten.
- Jeder Empfänger hat Anspruch auf eine monatliche Geldhilfe in Höhe von 45 Lari (ca. 15 Euro).
Besonderes Augenmerk wurde auf die Bedingungen für die Einstellung der Zahlungen gelegt. Die monatliche Hilfe von 45 Lari wird erst ab dem Folgemonat eingestellt, in dem die Person das georgische Staatsgebiet verlässt. Was die Wohnbeihilfe von 300 Lari betrifft, so wird diese nur eingestellt, wenn alle Familienmitglieder das Land verlassen.
Medizinische Versorgung
Parallel zur finanziellen Unterstützung wurde das Programm der medizinischen Versorgung verlängert. Es steht ukrainischen Staatsbürgern zur Verfügung, die zwischen dem 1. Februar 2022 und dem 1. Oktober 2026 nach Georgien eingereist sind, vorausgesetzt, sie befinden sich ununterbrochen auf dem Staatsgebiet des Landes.
Bis zu diesem Datum können Ukrainer eine Reihe medizinischer Dienstleistungen kostenlos in Anspruch nehmen, was die Belastung des Haushalts von Flüchtlingen bei einem längeren Aufenthalt im Ausland erheblich verringert.
Kontext der Situation in Europa
Die Entscheidung Tiflis fügt sich in den allgemeinen Kontext der Unterstützung ukrainischer Flüchtlinge in Europa ein. Letzte Woche hat die Europäische Union ebenfalls die Geltung des Status des vorübergehenden Schutzes um ein weiteres Jahr verlängert – bis zum 4. März 2028. Experten merken jedoch an, dass die Regeln für die Gewährung dieses Status in der EU strenger werden.
Gleichzeitig warnte der Menschenrechtskommissar des Europarates, Michael O'Flaherty, vor einer wachsenden politischen Tendenz des „Ausstoßens' ukrainischer Flüchtlinge zurück in ihre Heimat in einigen europäischen Ländern. Nach seiner Meinung kann die Situation noch korrigiert werden, und die Maßnahmen Georgiens zeigen ein Beispiel für eine nachhaltige Unterstützung.