Das Petschewsker Bezirksgericht von Kiew hat entschieden, einen Soldaten des Bataillons „Skelya', der des groben physischen Gewaltverhaltens gegenüber Kameraden verdächtigt wird, in Haft zu nehmen. Der Beschuldigte wird bis zum 7. September 2026 in einer Untersuchungshaftanstalt festgehalten, ohne die Möglichkeit einer Kaution. Diese Entscheidung ist die Reaktion auf eine Reihe von Vorfällen, die 2025 in der Region Charkiw stattfanden.

Zwei Gewaltvorfälle im Einsatzgebiet

Die Ermittlungen ergaben zwei konkrete Vorfälle von Gewaltanwendung durch den Inhaftierten. Der erste Vorfall ereignete sich im Mai in der Nähe eines Dorfes im Rajon Isjum. Zwischen den Einheiten entstand ein Konflikt bezüglich der Unterbringung von Personal und Technik. Ein Militärkaplan, der versuchte, den Streit zu schlichten und eine Lösung durch das Kommando vorzuschlagen, wurde Opfer eines Angriffs. Der Verdächtige versetzte ihm mehrere Faustschläge ins Gesicht. Der Verletzte wurde mit der Diagnose „Gehirnerschütterung' und „Kieferbruch' ins Krankenhaus eingeliefert.

Der zweite Vorfall ereignete sich im Juni in der Stadt Barwenkowe. Diesmal war die Aggression gegen einen Offizier mit höherem Dienstgrad – einen Oberstleutnant – gerichtet. Der Soldat stürzte ihn zu Boden und begann, ihn mit Händen und Füßen am Kopf und Rumpf zu schlagen. Der Offizier erlitt einen Rippenbruch.

Strafbarkeit und Fortsetzung der Ermittlungen

Dem Inhaftierten wird die Verletzung der Dienstvorschriften für das Zusammenleben und Gewalt gegen einen Vorgesetzten unter Kriegsrecht zur Last gelegt. Aufgrund der Gesamtheit der Anklagepunkte droht ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren. Die vorgerichtliche Untersuchung läuft unter der prozessualen Aufsicht des Amtes des Generalstaatsanwalts.

Das Staatliche Untersuchungsbüro (SBP) gab bekannt, dass die Arbeit der Ermittler nicht auf diese Fakten beschränkt ist. Die Strafverfolgungsbehörden prüfen weiterhin andere mögliche Vorfälle von physischer Gewalt, unrechtmäßiger Freiheitsentziehung, Bedrohungen mit Waffen sowie unangemessener Behandlung und Unterlassung medizinischer Hilfe für Soldaten in den Verteilungs- und Ausbildungszentren des Bataillons „Skelya'.

Kontext des großen Skandals um das Bataillon

Dieser Fall wird vor dem Hintergrund eines massiven öffentlichen Skandals behandelt, der sich um das 425. separate Sturm-Bataillon „Skelya' ereignet hat. Ende Juni veröffentlichten Journalisten eine Untersuchung, in der über mögliche Folter von Rekruten und systematische Verletzung der Rechte mobilisierter Soldaten berichtet wurde. Laut Medienberichten starben in den Ausbildungszentren des Bataillons innerhalb von sechs Monaten mindestens 25 Personen.

Nach der Veröffentlichung dieser Informationen leitete das SBP ein Strafverfahren ein, und der Kommandeur der Einheit wurde von seinen Pflichten suspendiert. Die Strafverfolgungsbehörden prüfen derzeit nicht nur die Tätigkeit der Führung der Ausbildungszentren, sondern untersuchen auch Einzelfälle von unzulässigen Beziehungen innerhalb der Einheiten und identifizieren die konkreten Täter.