Die nächste Runde trilateraler Verhandlungen zwischen Delegationen aus der Ukraine, den USA und Russland könnte in Abu Dhabi oder in der Schweiz stattfinden. US-Regierungskreisen zufolge wird das Treffen innerhalb der nächsten zwei Wochen erwartet, wobei das Hauptziel darin besteht, den Boden für künftige Kontakte auf hoher Ebene zu bereiten.

Diplomatischer Marathon und Suche nach Kompromissen

Vor der Bekanntgabe möglicher Tagungsorte fand eine Reihe intensiver diplomatischer Kontakte statt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj traf sich am 20. Oktober in Oslo mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff, dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre und dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb. Bereits am nächsten Tag reiste der US-Abgesandte nach St. Petersburg, wo er mit der russischen Führung, einschließlich Kreml-Sonderbeauftragter Kirill Dmitrijew, zusammentraf und Dokumente mit Vorschlägen zur Beilegung des Konflikts übergab.

Standpunkte der Parteien und Aussichten auf eine Regelung

Berichten von Axios und Quellen in der US-Administration zufolge haben sich die Parteien nach Konsultationen in Oslo und St. Petersburg darauf geeinigt, das trilaterale Format wiederzubeleben. Der Kreml visiert vorläufig ein Treffen in der ersten Novemberhälfte in Abu Dhabi an, was sich mit früheren Aussagen der ukrainischen Seite deckt. Gleichzeitig schätzen ukrainische Regierungsquellen die Wahrscheinlichkeit einer Einigung auf einen Energiewaffenstillstand in dieser Phase als gering ein und werten die Wiederaufnahme der Delegationsarbeit als den eigentlichen Erfolg.

Zeitdruck und internationaler Kontext

Westliche Medien berichten zudem über das mögliche Bestreben Washingtons, die Unterzeichnung eines finalen Friedensabkommens mit dem G20-Gipfel im Dezember in Florida zu verknüpfen. Dies setzt die Verhandlungsführer unter starken Zeitdruck und verdeutlicht den wachsenden externen Druck zur Beschleunigung des Friedensprozesses, ungeachtet anhaltender tiefer Differenzen zwischen Moskau und Kiew.