Die Mode- und Showbranche hat einen der bekanntesten Kostümbildner des 20. und 21. Jahrhunderts verloren. Der amerikanische Modedesigner und Kostümbildner Bob Mackie, der in der Branche als „Sultan der Pailletten“ bezeichnet wurde, ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Die tragische Nachricht bestätigten seine Vertreter mit einer Verabschiedung auf Instagram. In der Erklärung hieß es, der Meister habe bis zu seinen letzten Lebensjahren das getan, wovon er geträumt habe, und „seine genialen und erstaunlichen Werke werden für immer leben und weiterhin Schönheit in diese Welt bringen“.
Verabschiedung von einer Legende
Wie Angehörige und Kollegen berichteten, habe Mackie „seine 87 Jahre in vollen Zügen gelebt und seinen Traum, Kostümdesigner zu werden, verwirklicht – genau das hatte er immer tun wollen“. Er wurde in Monterey Park im Bundesstaat Kalifornien geboren und wuchs in Südkalifornien auf. Seine Karriere begann er mit dem Zeichnen von Skizzen für den berühmten Kostümbildner Jean Louis und arbeitete anschließend als Assistent der legendären Designerin Edith Head – einer der renommiertesten Meisterinnen des Hollywood-Kostüms. Genau dieser Weg legte das Fundament für die Zukunft, in der Mackie zum Symbol der glamourösen, dekorativ überladenen Bühnenmode wurde.
Fernsehen, Kino und Anerkennung durch Akademien
Besondere Popularität brachten Mackie seine Arbeiten für Fernsehen und Kino. Er entwarf Kostüme für die „Carol Burnett Show“, die „Judy Garland Show“ und andere beliebte Produktionen. Insgesamt erhielt der Designer mehr als 30 Nominierungen für den Emmy und neun Statuen, außerdem wurde er dreimal für den Oscar nominiert – für die Kostüme der Filme „Lady Sings the Blues“, „Funny Girl“ und „Pennies from Heaven“. Im Jahr 2002 wurde er der erste Kostümbildner, der in die Television Academy Hall of Fame aufgenommen wurde, was seinen Status als Pionier des Genres zementierte.
Ikonen in seinen Outfits
Gerade Mackie half, den unverwechselbaren Bühnenstil von Cher zu formen – mit aufreizenden Silhouetten, glänzenden Stoffen, Federn und einer Fülle dekorativer Details. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehört das schwarze Ensemble mit offenem Bauch und einem Irokesen-Kopfputz, das die Künstlerin bei der Oscar-Verleihung 1986 trug. In seinem Portfolio finden sich außerdem Whitney Houston, Barbara Eden, Bette Midler, Judy Garland, Liza Minnelli, Tina Turner, und in späterer Zeit trugen Zendaya, Sabrina Carpenter, Ariana Grande und Miley Cyrus seine Designs. Er schuf Bühnenbilder für Elton John, die Jackson 5 und Robert Guillaume.
Widersprüchliche Angaben
Gleichzeitig stimmen die Kundenlisten, die verschiedene Medien nennen, nicht überein. In der Grundlage der Verabschiedung und im ursprünglichen Text werden Cher, Tina Turner, Whitney Houston, Elton John und andere genannt, doch eine Reihe von Quellen erwähnt zusätzlich die Zusammenarbeit von Mackie mit Madonna sowie mit Marilyn Monroe und Taylor Swift. Diese Namen sind in der offiziellen Mitteilung der Vertreter des Designers nicht bestätigt, daher variiert die genaue und vollständige Liste seiner Kollaborationen von Veröffentlichung zu Veröffentlichung und erfordert eine vorsichtige Interpretation.
Unabhängig von den Details seiner Biografie ist der Beitrag von Bob Mackie zur visuellen Sprache von Show und Kino kaum zu überschätzen: Er verwandelte das Kostüm in das wichtigste Instrument des Bühnenbilds und hinterließ ein Vermächtnis, das, so seine Kollegen, „für immer leben wird“.