Der Technologiegigant Google hat sein künstliches Intelligenz-Familienmodell Gemini umfassend aktualisiert. Das Unternehmen stellte neue Versionen von Modellen vor, die auf Entwickler ausgerichtet sind, und kündigte einen spezialisierten Algorithmus für Cybersicherheitsaufgaben an. Der erwartete Release des Flaggschiffs Gemini 3.5 Pro wurde jedoch verschoben.

Evolution des Flash-Modells: Effizienz und Kostensenkung

Die vorherige Version Gemini 3.5 Flash wurde offiziell aus dem Verkehr gezogen. Ihr Nachfolger ist das Modell Gemini 3.6 Flash, das unter Berücksichtigung des Feedbacks der Programmiergemeinschaft entwickelt wurde. Die Hauptziele des Updates waren die Beseitigung von Fehlern in Code-Generierungsprozessen und die Senkung der Kosten für die Generierung von Antworten.

Die Testergebnisse zeigen einen signifikanten Fortschritt im Vergleich zum Vorgänger:

  • Automatisierung der Codierung: Im spezialisierten DeepSWE-Test stieg das Ergebnis von 37 % auf 49 %.
  • Interaktion mit der Benutzeroberfläche: Der Wert im OSWorld-Test stieg von 78,4 % auf 83 %.
  • Energieeffizienz: Das Modell benötigt 17 % weniger Token für die Ausführung ähnlicher Aufgaben.

Durch die Optimierung der Architektur konnte Google die Kosten für die API-Nutzung erheblich senken. Der neue Tarif beträgt 1,50 USD pro 1 Million Eingabetoken und 7,50 USD pro 1 Million Ausgabetoken. Zum Vergleich: Bei der vorherigen Modifikation beliefen sich die Kosten für das Ausgabevolumen auf 9 USD. Derzeit wird Gemini 3.6 Flash in die API integriert und ersetzt schrittweise die alte Version in der Webanwendung.

Neue spezialisierte Modifikationen

Parallel zur Aktualisierung der Hauptversion stellte das Unternehmen zwei neue Modelle im Rahmen der 3.5-Serie vor.

Das erste ist Gemini 3.5 Flash Lite. Dies ist ein leistungsstarkes Modell, das bis zu 350 Token pro Sekunde verarbeiten kann. Es ist auf die Skalierung autonomer Agentensysteme ausgelegt. Die API-Nutzungskosten für diese Version betragen 0,30 USD pro 1 Million Eingabetoken und 2,50 USD pro 1 Million Ausgabetoken. Das Modell wird auch in die Google-Suchmaschine integriert, um AI Overviews-Blöcke zu erstellen.

Die zweite Neuheit ist Gemini 3.5 Flash Cyber. Dies ist der erste von Google abgestimmte Algorithmus, der speziell für die Analyse und den Schutz digitaler Infrastrukturen entwickelt wurde. Die Entwickler haben die hohe Datenverarbeitungsgeschwindigkeit der Flash-Serie mit Funktionen zur Erkennung von Systemverwundbarkeiten kombiniert.

Angesichts der Risiken einer doppelten Verwendung und der Möglichkeit, dass Tools zur Suche nach Schwachstellen für illegale Zwecke genutzt werden könnten, hat Google den öffentlichen Zugang zum System eingeschränkt. Das Modell wird ausschließlich im Rahmen eines Pilotprojekts auf Basis des CodeMender-Agenten von Google DeepMind für einen begrenzten Kreis von Partnern und Regierungsstellen bereitgestellt.

Verzögerung des Flaggschiffs und Zukunftspläne

Der Start der Top-Modifikation Gemini 3.5 Pro, die als direkter Konkurrent zu GPT-5.6 und Claude Sonnet 5 positioniert ist, wird verschoben. Derzeit befindet sich der Algorithmus in einer geschlossenen Testphase mit einer begrenzten Gruppe von Partnern. Die genauen Veröffentlichungsdaten werden nicht offengelegt.

Wahrscheinlich ist die Verzögerung auf die Notwendigkeit zurückzuführen, die Modelle zur Codegenerierung auf das Niveau der Lösungen der Wettbewerber zu verbessern. Dennoch bestätigte Google den Beginn des Vorabtrainings der nächsten Generation von Systemen – Gemini 4. Die Entwicklung sieht den Einsatz einer größeren Recheninfrastruktur vor, jedoch werden die Zeitpläne für die Präsentation der vierten Generation derzeit noch nicht angekündigt.