Google hat auf Android-Geräten den vollständigen Prozess zur Entfernung des klassischen Sprachassistenten eingeleitet und leitet Nutzer in die neue Gemini-App um. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf die offizielle Hilfe der Gemini Apps Help. Die Änderungen traten am 4. September 2026 in Kraft und betreffen nicht nur das Interface, sondern auch die Regeln zur Verarbeitung personenbezogener Daten, die nun standardmäßig gelten und ein bewusstes Management der Einstellungen durch die Nutzer erfordern.
Vollständige Entfernung des Assistant und Wechsel zu Gemini
Ab dem 4. September entfernt Google den Assistant schrittweise von Android-Smartphones und leitet Anfragen vollständig in die Gemini-App um. Wichtig ist, dass dieser Prozess irreversibel ist: Eine Rückkehr zum alten Assistenten nach dem Wechsel ist nicht mehr möglich. Gleichzeitig mit dem Austausch des Assistenten treten die überarbeiteten Regeln zur Verarbeitung personenbezogener Informationen in Kraft, die das Unternehmen als Teil des neuen Nutzererlebnisses betrachtet.
Speichern von Aktionen ist standardmäßig aktiviert
Für erwachsene Nutzer ist die Funktion „Aktionen speichern“ in der Gemini-App standardmäßig aktiviert. Das bedeutet, dass das System alle Interaktionsaufzeichnungen automatisch festhält. Standardmäßig wird der Verlauf 18 Monate lang gespeichert, der Nutzer kann diesen Zeitraum jedoch auf 3 oder 36 Monate ändern oder das automatische Löschen deaktivieren. Ein Schlüsselaspekt: Ein Teil der Dialoge wird zur Prüfung an Moderationsteams weitergegeben, in denen sowohl Google-Mitarbeiter als auch externe Dienstleister tätig sind. Vor der Anzeige werden die Daten vom Nutzerkonto getrennt, aber die Tatsache eines möglichen menschlichen Zugriffs bleibt bestehen.
Speicherdauer und Ausnahmen für Audio und Video
Das Deaktivieren der Funktion „Aktionen speichern“ oder das manuelle Löschen des Verlaufs entfernt die Informationen nicht sofort und vollständig. Selbst bei deaktiviertem Speichern behält Google Dialoge 72 Stunden lang im Konto für den ordnungsgemäßen Betrieb des Dienstes und die Verarbeitung von Feedback. Kopien von Chats, die bereits zur Prüfung an Moderatoren weitergeleitet wurden, werden auf den Servern des Unternehmens bis zu drei Jahre lang gespeichert, und das Löschen des Verlaufs im persönlichen Konto hat keine Auswirkung auf diese Kopien. Eine ähnliche dreijährige Frist gilt für „Gefällt mir/Gefällt mir nicht“-Bewertungen und die damit verbundenen Dialoge. Ausnahmen bilden Sprach- und Videoaufnahmen: Authentische Tonaufnahmen, Gemini-Live-Videos und die Bildschirmfreigabe werden standardmäßig nicht zur Verbesserung der Google-Dienste verwendet, obwohl deren Texttranskripte unter die allgemeinen Speichervorschriften fallen.
Import des Verlaufs und Reihenfolge der Änderung der Einstellungen
Beim Wechsel vom alten Assistenten kann Google bis zu 90 Tage des Verlaufs von Kommunikationsanfragen aus dem Bereich „Web-Suche- und App-Verlauf“ in das Aktionsprofil von Gemini importieren. Die Parameter können direkt in der Gemini-App im Bereich „Profilaktionen“ oder auf der Seite zur Verwaltung des Google-Kontos geändert werden. Das Unternehmen betont die korrekte Reihenfolge der Schritte: Zuerst muss das Speichern von Aktionen deaktiviert werden, und erst danach sollte der vorhandene Verlauf gelöscht werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Deaktivierung der Funktion die App um die Erinnerung an frühere Kontexte bringt und einige verbundene Dienste, wie beispielsweise Google Workspace, möglicherweise nicht mehr verfügbar sind.