Google Play hat die russischen Apps VK (WКонтакте), den Messenger Max und Odnoklassniki aus seinem Store entfernt. Diese Entscheidung ist eine direkte Folge der von der Europäischen Union gegen den VK-Konzern und das damit verbundene Entwicklungsunternehmen Max verhängten Sanktionen.

Gründe für die Sperrung: Vorwürfe der Überwachung

Die Europäische Union begründete ihre Maßnahmen mit ernsthaften Bedenken hinsichtlich der Sicherheit. Nach Einschätzung der Regulierungsbehörden wurde der Messenger Max unter der Kontrolle des russischen Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB) entwickelt. In den Dokumenten wird darauf hingewiesen, dass die App Funktionen besitzt, die potenziell zur Überwachung von Nutzern verwendet werden könnten.

Wie wirkt sich dies auf die Nutzer aus?

Vertreter des Unternehmens VK reagierten zügig auf die Situation und beruhigten die Nutzerbasis. Der Konzern erklärte, dass bereits installierte Apps weiterhin uneingeschränkt im normalen Modus funktionieren. Android-Nutzer erhalten weiterhin Push-Benachrichtigungen über Nachrichten, Anrufe und andere wichtige Ereignisse.

Das entscheidende Änderung besteht jedoch darin, dass neue Downloads dieser Dienste über den offiziellen Google Play Store nicht mehr verfügbar sind. Um Updates zu installieren oder die Apps erstmals herunterzuladen, müssen Nutzer alternative Wege suchen.

Alternative Installationsmethoden

Das Unternehmen VK wies auf die Möglichkeit hin, andere Plattformen für den Zugang zu seinen Diensten zu nutzen. Die Apps können über folgende Kanäle heruntergeladen werden:

  • RuStore
  • Huawei AppGallery
  • Samsung Galaxy Store
  • Xiaomi GetApps

Kontext: Eine Reihe von Beschränkungen

Der Vorfall bei Google Play ist die Fortsetzung einer Serie von Beschränkungen, die auf das VK-Ökosystem auferlegt wurden. Bereits Ende Juni hatte Apple die Apps VK, Max, Odnoklassniki, Mail.ru, VK Music, VK Messenger, VK Video und eine Reihe anderer Dienste des Konzerns aus dem App Store entfernt, ebenfalls mit Verweis auf die europäischen Sanktionen.

Politische Hintergründe

Diese technischen Beschränkungen stehen in direktem Zusammenhang mit politischen Entscheidungen in Brüssel. Am 13. Juli wurde bekannt, dass die EU neue Sanktionen gegen Russland verhängt hat. Von den Beschränkungen betroffen sind 11 russische Staatsbürger und fünf Unternehmen, darunter russische IT-Entwickler von Überwachungssystemen für den FSB sowie die Führung einer Kolonie, in der ukrainische Gefangene gefoltert wurden.

Es ist anzumerken, dass der Prozess des Sanktionsdrucks nicht immer reibungslos verläuft. Die Europäische Union hat den 21. Sanktionspaket gegen das Aggressorland bisher nicht abgestimmt. Laut Financial Times hat Griechenland die Genehmigung des neuen Pakets verhindert, da der griechische Unternehmen durch die Beschränkungen geschädigt worden wäre.