Die Staatliche Grenzschutzdienst der Ukraine (GPSU) hat gewarnt, dass Grenzübergangsstellen an der Staatsgrenze während der Dauer von Luftalarmen vorübergehend ihre Arbeit einstellen könnten. Dies erklärte laut RBC-Ukraine der GPSU-Sprecher Andrei Demtschenko im Sender „Kyiw 24“. Seinen Worten zufolge wird die Entscheidung zur Aussetzung der Grenzübertrittsprozesse unter Bedingungen erhöhter Gefahr getroffen, die durch russische Angriffe in der Nähe der Grenze verursacht werden.

Betriebsmodus der Übergangsstellen: Priorität – Bedrohung aus der Luft

„Wenn eine Bedrohung durch einen Luftangriff seitens des Gegners besteht und wir erkennen, dass Luftfahrzeuge in Richtung der Staatsgrenze unterwegs sind, können die Grenzübertrittsprozesse in einem bestimmten Zeitraum vorübergehend ausgesetzt werden“, erläuterte Demtschenko. Es geht also nicht um eine dauerhafte Schließung, sondern um situationsbedingte, vorübergehende Einschränkungen, die während einer unmittelbaren Bedrohung eingeführt und nach deren Abklingen aufgehoben werden.

Aufruf zur Zerstreuung der Bevölkerung

Der GPSU-Sprecher betonte gesondert, dass die Menschen in solchen Situationen ihre Positionen aufteilen müssen. Seiner Erklärung zufolge dient dies dem Vermeiden von Menschenansammlungen unmittelbar an der Grenzübergangsstelle: Die Konzentration von Bürgern an einem Ort im Moment eines möglichen Einschlags erhöht das Risiko von Opfern um ein Vielfaches. Die Grenzschutzbeamten empfehlen daher, während des Alarms nicht an den Kontrollpunkten zu versammeln und die Sicherheitsvorschriften einzuhalten.

Kontext: Angriffe in der Nähe der Grenze und die Position Polens

Die Erklärung der GPSU erfolgte vor dem Hintergrund einer Verschärfung der Lage in den Grenzregionen. Am Morgen des 13. September führten russische Streitkräfte nach vorliegenden Angaben einen Angriff in der Nähe der ukrainisch-polnischen Grenze im Gebiet Jahotyn durch. Zuvor hatte RBC-Ukraine berichtet, dass Polen auf eine mögliche Intensivierung russischer Aktivitäten im Zuge der Angriffe in der Nähe der ukrainisch-polnischen Grenze vorbereitet und die polnischen Behörden Versuche Russlands erwarteten, den Betrieb der ukrainischen Grenzübergangsstellen zu stören. In einem früheren Kontext hatte die GPSU ebenfalls auf die erhöhte Gefahr in der Grenzregion hingewiesen, was vorübergehende Einschränkungen des Grenzübertrittsregimes zu einem logischen Schritt macht.

Was bedeutet das für Reisende

Für Bürger, die eine Grenzüberquerung planen, wird der Zeitfaktor zum entscheidenden: Die Grenzübertrittsprozesse können während eines laufenden Luftalarms für einen unbestimmten Zeitraum gestoppt werden. Die Grenzschutzbeamten bitten, dies bei der Reiseplanung zu berücksichtigen, die offiziellen Mitteilungen der GPSU zu beachten und während der Bedrohung keine Menschenansammlungen an den Übergangsstellen zu bilden. Von einer massenhaften oder systematischen dauerhaften Schließung der Stellen ist in der Erklärung nicht die Rede – der Schwerpunkt liegt auf vorübergehenden, situationsbedingten Aussetzungen.