In Czernowitz hat sich ein resonanter Skandal entzündet, nachdem Anwohner und Stadträte auf seltsame Details bei der Reparatur der städtischen Infrastruktur aufmerksam wurden. Auf den Stufen vor der Oblastphilharmonie wurden Fragmente von Fotos verstorbener Menschen entdeckt, die in die Granitplatten eingebettet waren. Die Situation lökte Schock und Zorn in der Öffentlichkeit aus, und die lokalen Behörden mussten eine dringende Untersuchung einleiten.
Fotos Verstorbener im Stadtzentrum
Der Vorfall ereignete sich am Abend des 17. Juli. Jana Brus, eine Abgeordnete des Stadtrats von Czernowitz, war eine der Ersten, die öffentlich über den Fund berichtete. Ihren Worten zufolge bestanden die kürzlich mit Granit renovierten Stufen aus Materialien, die zuvor auf einem Friedhof verwendet worden waren. Auf den Granitplatten waren deutlich Gesichter zu erkennen, die typisch für Grabsteine sind.
„Wie konnte man es sich in seinen Schematosen einfallen lassen, Granit vom Friedhof zu verwenden? Wie geizig muss man sein, um statt neuem Granit den zu verwenden, der bereits auf dem Friedhof lag? Und wo? Auf dem Platz der Philharmonie?“, empörte sich die Abgeordnete in ihrem Beitrag und fügte Fotos hinzu, die ihre Worte bestätigten.
Spuren vernichtet, Fragen offen
Nachdem die Information öffentlich geworden war, änderte sich die Situation schnell. Bis zum Morgen des nächsten Tages waren die seltsamen Muster auf den Stufen verschwunden. Jana Brus erklärte in einer neuen Mitteilung, dass die Fragmente mit den Gesichtern über Nacht abgeschliffen worden seien. Ihrer Meinung nach geschah dies absichtlich, um die Spuren der Verantwortungslosigkeit der Auftragnehmer oder Beamten zu vertuschen.
Trotz der Vernichtung der visuellen Beweise blieben die Fragen der Abgeordneten und der Stadtbewohner offen. Der für diese Arbeiten bereitgestellte Betrag belief sich auf 190.000 Hrywnja, was die Verdachtsmomente auf eine zweckentfremdete Verwendung von Haushaltsmitteln und Verstöße gegen ethische Normen nur verstärkte.
Reaktion der Behörden: Untersuchung und Versionen
Am Samstag, dem 18. Juli, reagierte das Departement für Infrastruktur und Stadterneuerung des Stadtrats von Czernowitz offiziell auf den Skandal. Die Behörde bestätigte, dass die von der Abgeordneten geäußerten Fakten einer sorgfältigen Überprüfung bedürfen.
Spezialisten des Departements erklärten, dass die Treppe auf dem Platz vor der Philharmonie vor 20 Jahren gebaut wurde. In dieser Zeit wurde kein grundlegender Austausch der Platten durchgeführt, sondern nur laufende Instandhaltung. In diesem Jahr beschränkten sich die Arbeiten auf das Verlegen neuer Fliesen.
Die Behörden prüfen mehrere Versionen zur Herkunft des Materials. Es besteht die Möglichkeit, dass die Platten mit den Fotos im Inneren bereits während des ursprünglichen Baus der Stufen vor zwei Jahrzehnten installiert wurden und erst jetzt, nach dem Neuverlegen, sichtbar wurden. Diese Version schließt jedoch neuere Verstöße nicht aus.
Versprechen einer Untersuchung
Das Infrastrukturdepartement versprach, eine vollständige Überprüfung der Dokumentation und der Umstände der Materialbeschaffung durchzuführen.
„Für uns ist es von prinzipieller Bedeutung, keine Frage unbeantwortet zu lassen. Wir werden alle Umstände dieser Situation sorgfältig prüfen und die Gemeinde offen über die Ergebnisse informieren. Wenn die Untersuchung Verstöße oder dafür Verantwortliche aufdeckt, wird dies entsprechende Konsequenzen haben“, erklärten sie in der Behörde.
Der Skandal mit dem „Friedhofs-Granit“ wurde zum nächsten lauten Ereignis in Czernowitz. Bereits im Juni hatte sich in der Stadt ein Resonanzskandal um einen 50-Meter-Schwimmbecken entzündet, dessen Schale mit Erde verfüllt wurde, was Kritik seitens des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine und des Fußballclubs „Bukowina“ hervorrief.