Der Regierungswechsel im Vereinigten Königreich wird keine Änderung der Außenpolitik des Landes zur Folge haben, insbesondere nicht in Bezug auf die Unterstützung der Ukraine. Dies erklärte Vizepremierminister David Lammy auf einer Konferenz zur Wiederherstellung der Ukraine in Danzig.

Unbedingte Unterstützung für Kiew

Der Beamte versicherte den Anwesenden, dass keine Anpassung der Strategie in Frage komme. Laut Lammy habe London Kiew unter allen vorherigen Regierungen unterstützt und beabsichtige, dies auch in Zukunft unbeding fortzusetzen. Der Politiker betonte, dass die Stabilität des Kurses eine Priorität für die britische Seite sei.

Neue finanzielle Verpflichtungen

Neben den politischen Zusicherungen kündigte Großbritannien konkrete finanzielle Maßnahmen an. Das Land versprach, zusätzliche 290 Millionen Pfund Sterling (etwa 340 Millionen Euro) bereitzustellen. Diese Mittel werden für zwei Schlüsselaufgaben verwendet:

  • Wiederaufbau der Infrastruktur der Ukraine;
  • Stärkung der Energiesicherheit des Landes.

Sanktionsdruck und Bekämpfung der Kriegsförderung

Lammy erklärte zudem die Absicht, den Sanktionsdruck auf die russische Wirtschaft zu verstärken. Besonderes Augenmerk wird auf die Bekämpfung sogenannter „schmutziger Gelder' gelegt, die nach Ansicht der britischen Behörden von Russland zur Finanzierung von Militäroperationen genutzt werden.

Erwartungen an den NATO-Gipfel

Der Vizepremierminister äußerte die Hoffnung, dass die Verbündeten auf dem bevorstehenden NATO-Gipfel in Ankara (7.–8. Juli) die positive Dynamik in der Ukraine-Frage aufrechterhalten werden. Lammy stellte fest, dass dies durch den erfolgreichen G7-Gipfel in Frankreich begünstigt werde, auf dem die Staats- und Regierungschefs transatlantische Einheit demonstrierten.

„Ich denke, wir werden in der NATO in den kommenden Wochen sehen, dass die Vereinigten Staaten feststellen: Die Europäer erhöhen ihre Verteidigungszusagen und Sicherheitsausgaben auf dem gesamten Kontinent', betonte er.

Politische Lage in Großbritannien

Diese Erklärungen erfolgten vor dem Hintergrund einer verschärften politischen Lage im Vereinigten Königreich. Zuvor hatte die Labour-Partei bei den Kommunalwahlen eine vernichtende Niederlage erlitten. Infolgedessen trat Premierminister Keir Starmer am 22. Juni zurück und gab zu, nicht der beste Kandidat für die Führung der Partei bei den nächsten Wahlen zu sein.