Die Situation beim Einsatz von bodengebundenen robotischen Systemen (UGV) an der Front tritt in eine neue Phase ein. Nach den Jahren 2023 und 2024, in denen Hersteller darum rangen, die Technik an die raschen taktischen Veränderungen anzupassen, haben sich nun klare Anforderungen an effektive Kampffahrzeuge herauskristallisiert. Petr Leontjew, Geschäftsführer von UGV Robotics, enthüllte in einem Interview mit RBC-Ukraine die Zukunftsperspektiven der Branche und definierte die wichtigsten Evolutionsvektoren.
Vom „Wettlauf“ zur bewussten Entwicklung
Gegen Ende des vergangenen Jahres verlangsamte sich das Tempo des technologischen Wettlaufs etwas. Dies ermöglichte es Ingenieuren und Militärs zu verstehen, welche Eigenschaften ein ideales UGV aufweisen muss. Derzeit werden zwei Parameter priorisiert: die Erhöhung der Reichweite und die Verbesserung der Bildqualität der Kameras. Genau diese Faktoren bestimmen die Effektivität des Systems unter den Bedingungen des modernen Schlachtfelds.
Gegenwärtig dominieren an der Front kleinere Kampffahrzeuge, doch es ist ein Anstieg bei der Nutzung schwerer, großer Komplexe zu verzeichnen. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Logistik und dem Transport von Fracht. Allerdings weist das bestehende Arbeitsschema gewisse Einschränkungen auf. Wie Petr Leontjew anmerkte, existieren für Kampdrohnen derzeit sogenannte „Rückzugspunkte“.
Diese Positionen befinden sich in einer Entfernung von 10 bis 15 Kilometern vom „Nullpunkt“ – der Frontlinie. An diesen Punkten tauscht spezialisiertes Personal die Batterien aus, füllt die Munition auf und führt minimale Wartungsarbeiten durch. Der Experte betont, dass diese Distanz derzeit als zu gering angesehen wird, was die Autonomie der Kampffahrzeuge einschränkt.
Neue Taktik: Große Roboter für kleine
Die wichtigste Prognose für die nahe Zukunft ist eine Änderung der Logistik. In absehbarer Zeit werden große bodengebundene robotische Systeme kleinere Kampffahrzeuge an die Front transportieren. Ein solches Schema wird es ermöglichen, den Aktionsradius der Kampffahrzeuge erheblich zu erweitern und ihre Reichweite zu erhalten, wodurch das Problem der begrenzten Autonomie gelöst wird.
Ein weiterer wichtiger Entwicklungsweg ist die vollständige Autonomie. In Zukunft werden logistische UGVs Missionsaufgaben zur Frachtbeförderung ohne Beteiligung eines Operators ausführen können. Dem Roboter wird eine Route programmiert, woraufhin er sich selbstständig im Raum orientiert, Hindernisse erkennt und überwindet, um den Zielpunkt zu erreichen.
Entwicklung der ukrainischen Robotik
Branchelexperten, einschließlich des Gründers und CEO von Ratel Robotics, Taras Ostapchuk, diskutieren aktiv die Perspektiven für den Einsatz einheimischer Bodendrohnen. Ukrainische Ingenieure haben bereits die Fähigkeit demonstriert, Komplexe zu entwickeln, die eine breite Palette von Kampfaufgaben lösen können. Ein Beispiel für die erfolgreiche Integration der Robotik in die Truppenstruktur ist die Geschichte der Schaffung einer einzigartigen robotischen Kompanie durch einen Offizier der Streitkräfte der Ukraine.