Der Weltmarkt für Langstrecken-Businessjets ist erneut Schauplatz eines harten Wettbewerbs. Nur elf Tage nachdem der Bombardier Global 8000 einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf einer transatlantischen Strecke aufgestellt hatte, holte sich Gulfstream die Führung zurück. Am 30. Juli bewältigte ein Gulfstream G700 erfolgreich die Strecke von Los Angeles nach Farnborough in Großbritannien und überholte seinen Hauptkonkurrenten um 19 Minuten.
Der Kampf um die Zeit: Zahlen und Fakten
Der Flug des Gulfstream G700 dauerte 8 Stunden und 27 Minuten. Zum Vergleich: Der Konkurrent Bombardier Global 8000, der am 19. Juli ebenfalls von Los Angeles nach Farnborough flog, benötigte für diese Strecke 8 Stunden und 46 Minuten. Die Route, die zwei Kontinente verbindet, hat eine Länge von etwa 4740 Seemeilen (ca. 8780 km).
Wichtig ist, dass Gulfstream die Methodik der Zeitmessung betont hat. Der Rekord wurde für den gesamten Flugzyklus gemessen – vom Start bis zur Landung und nicht nur für den Reiseflugabschnitt. Nach Ansicht des Herstellers spiegelt dieser Ansatz die tatsächlichen Betriebsmöglichkeiten des Flugzeugs am genauesten wider und zeigt die tatsächliche Zeit, die die Passagiere in der Luft verbringen.
Das Paradoxon der Spezifikationen
Der Sieg des Gulfstream G700 wirkt besonders beeindruckend vor dem Hintergrund der angegebenen technischen Daten. Auf dem Papier sollte der Vorteil bei Bombardier liegen: Das Modell Global 8000 kann eine Geschwindigkeit von bis zu Mach 0,95 erreichen, während die maximale Geschwindigkeit des Gulfstream G700 auf Mach 0,935 begrenzt ist. Dennoch zeigte der G700 im realen Rennen die besseren Ergebnisse.
Der Präsident von Gulfstream, Mark Burns, kommentierte den Erfolg und stellte fest, dass genau diese Art der Zeitmessung die Effizienz des Flugzeugs unter realen Betriebsbedingungen am besten demonstriert.
Der Einfluss des Wetters auf das Ergebnis
Bei der Diskussion von Rekorden in der Luftfahrt können Wetterbedingungen nicht ignoriert werden. Zuvor, als der Bombardier Global 8000 seinen Rekord während des Fluges zum Luftfahrtkongress in Farnborough aufstellte, gab das Unternehmen an, dass der Flug unter schwierigen Bedingungen mit ungünstigem Gegenwind stattfand. Gulfstream hingegen gab keine Details zur Wetterlage während ihres siegreichen Fluges bekannt und ließ die Spannung darüber, inwieweit die Wetterbedingungen die Gesamtflugzeit beeinflussten, offen.