Das Hauptverwaltung für Aufklärung (GUR) des ukrainischen Verteidigungsministeriums hat eine detaillierte Analyse zu bemanntenlosen See-Komplexen (BÉK) veröffentlicht, die Russland für den Kampf auf See einsetzt und entwickelt. Laut dem Medium RBC-Ukraina, das sich auf eine Mitteilung des GUR des ukrainischen Verteidigungsministeriums beruft, werden in der veröffentlichten Auswahl die Boote „Skanda', „Iskatel', „Farwateer', „Tryzubetz', „Wisir', „Murena-300s', „BÉK-1000' und weitere Modelle genannt, zu denen die Behörde deren taktisch-technische Daten angeführt hat. Die meisten Mehrzweckboote sind nach Einschätzung des ukrainischen Geheimdienstes für die Patrouille in Küstengewässern und die Durchführung spezieller Missionen bestimmt.

Was genau das GUR offenlegte

Die ukrainische Behörde betont, dass Russland im Bereich der neuesten Waffensysteme für das maritime Operationsgebiet, so ihre Behauptung, der Ukraine hinterherhinkt und erhebliche Ressourcen in die entsprechenden Projekte investiert. Das GUR führt dies darauf zurück, dass unbemannte See-Mittel, so ihre Worte, eine wichtige Rolle in den „terroristischen Plänen' des Kremls spielen – sowohl gegen die Ukraine als auch gegen die zivile Schifffahrt in globalem Maßstab. Die Veröffentlichung der Daten wird damit als Bestandteil der informations- und analytischen Arbeit zur Demonstration der Fähigkeiten des Gegners positioniert.

Gemeinschaftsprojekt von Russland, Belarus und der VR China

Eine besondere Aufmerksamkeit widmete die Analyse, so das GUR, einer gemeinsamen Entwicklung von Unternehmen aus Belarus, Russland und China, die den offiziellen Namen „Mehrzweck-See-Drohnenkomplex' erhielt. Das Projekt wird, wie angegeben, mit Unterstützung des Wirtschaftsklubs der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit umgesetzt. Der Rumpf des Bootes wurde von der russischen Unternehmensgruppe „Kompozitnoje korabljestrojenije' (Komposit-Schiffbau) entworfen und gefertigt, die sich auf die Herstellung von schnellen Passagier- und Spezialbooten spezialisiert hat. Für die Herstellung des BÉK wurden Verbundwerkstoffe des chinesischen Unternehmens Sino Polymer verwendet, was, laut Angaben der Entwickler, den Temperaturbereich des Betriebs erweiterte, den Produktionsprozess beschleunigte und die Herstellungskosten senkte.

Widersprüchliche Daten

Die Einschätzungen der beiden Seiten zur Effektivität der See-Drohnen weichen voneinander ab. Einerseits behauptet das GUR des ukrainischen Verteidigungsministeriums, dass Russland in diesem Bereich hinterherhinkt und gezwungen ist, erhebliche Ressourcen zu investieren, wobei es sich auf internationale Kooperation (unter anderem mit China und Belarus) stützt, um die Herstellungskosten zu senken und die Eigenschaften zu erweitern. Andererseits hatte der russische Präsident Wladimir Putin erklärt, dass die unbemannten Systeme Russlands „auf See im Kampfgebiet effektiv arbeiten'. Eine Seite erklärt also einen technologischen Rückstand und eine Abhängigkeit von ausländischen Komponenten, die andere – die Kampfeffektivität eigener Modelle; eine unabhängige öffentliche Verifikation der taktisch-technischen Daten im offenen Zugang wurde nicht vorgelegt.

Kontext der Kampfhandlungen

Die Veröffentlichung der Analyse zu den maritimen BÉK erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Angriffe auf die militärische Infrastruktur. Wie ukrainische Quellen erinnern, haben ukrainische Streitkräfte kürzlich einen russischen Jagdflugzeug MiG-29 auf einem Flugplatz in der Oblast Kursk zerstört und einen Angriff auf den luftabwehrenden Raketen-Geschütz-Komplex „Pantsir-S1' geführt. Außerdem haben laut der Nationalgarde Spezialkräfte des Spezialoperationszentrums „Omega' einen russischen Bomber Su-24M auf dem Militärflugplatz „Saki' im vorübergehend besetzten Krim-Halbinsel zerstört. Diese Episoden unterstreichen, dass der Kampf um die maritimen und Küstenrichtungen eine der Schlüsselachsen des Konflikts bleibt.