Der Fall von Nazarij Gusakow, des skandalumwitterten Lviv-Bewohners, der Millionen von Hrywnja für die Behandlung von spinaler Muskelatrophie (SMA) gesammelt hatte, hat die finale Phase der vorgerichtlichen Ermittlungen erreicht. Der Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko bestätigte offiziell, dass der Verdächtige eine neue Anklage erhalten hat: diesmal geht es um die Legalisierung (Geldwäsche) von Vermögenswerten in besonders großem Umfang.
Umfangreiches Finanzkonstrukt
Ermittler haben festgestellt, dass Gusakow nicht nur Geld gesammelt, sondern auch eine komplexe Finanzinfrastruktur genutzt hat, um die Herkunft der Gelder zu verschleiern. Laut den Strafverfolgungsbehörden umfasste das Schema die Nutzung von Kryptowährungs-Diensten und Hunderten von Bankkarten. Eine forensische Prüfung bestätigte, dass das Gesamtvolumen der untersuchten Finanztransaktionen, die auf Legalisierung abzielten, 162,5 Millionen Hrywnja übersteigt.
Im Rahmen der Ermittlungen wurden neue Fälle von Betrug an Bürgern aufgedeckt. Gusakow sammelte weiterhin Spenden für teure Medikamente, obwohl er seit dem Sommer 2024 das notwendige Arzneimittel kostenlos im Rahmen eines städtischen Unterstützungsprogramms erhielt.
Geständnis und Status des Falls
Gegenwärtig arbeitet der 31-jährige Verdächtige mit der Ermittlungsbehörde zusammen. Er gibt Aussagen ab und gesteht seine Schuld an den ihm zur Last gelegten Straftaten vollständig. Die vorgerichtliche Untersuchung wegen Betrugs und Geldwäsche wurde abgeschlossen. In Kürze wird die Anklageschrift, nach deren Prüfung durch die Verteidigung, an das Gericht weitergeleitet.
Ruslan Krawtschenko betonte, dass die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden nicht auf die Person Gusakows beschränkt bleibt. Um den vollständigen Weg der Spendengelder zu ermitteln und alle möglichen Komplizen zu identifizieren, wurde ein separates Strafverfahren eingeleitet.
Ermittlung von Mittätern und Wallet-Inhabern
Ermittler setzen ihre aktiven Bemühungen fort, um die Inhaber der Kryptowährungs-Wallets zu identifizieren, über die das gesammelte Geld transitiv floss. Zudem werden andere Finanztransaktionen überprüft, die zwar noch nicht in die offiziellen Verdachtsmomente eingegangen sind, aber möglicherweise mit dem Fall in Verbindung stehen.
Zur Erinnerung: Gusakow hat seine Geschichte aktiv in sozialen Medien verbreitet und dabei Unterstützung von öffentlichen Persönlichkeiten und der Öffentlichkeit erhalten. Im Juli 2025 wurde ihm der Verdacht des Betrugs bekannt gegeben. Im März wählte das Petscher-Bezirksgericht in Kiew als Haftmaßnahme den nächtlichen Hausarrest, wobei er verpflichtet wurde, sich zwischen 22:00 und 06:00 Uhr an seinem Wohnort aufzuhalten.