---
title: "Hacking des britischen Außenministeriums: Wie eine Schwachstelle bei Fortinet den Zugang zur kritischen Infrastruktur öffnete"
description: "Russische Hacker haben Accounts des britischen Außenministeriums und Mitarbeiter des NHS gehackt, indem sie eine Schwachstelle in Fortinet-Firewalls ausnutzten. Die gestohlenen Daten werden bereits für 60.000 $ auf dem Darknet verkauft, was eine direkte Bedrohung für Patienten und die kritische Infrastruktur darstellt. 🇬🇧💻🚨"
date: 2026-07-05T22:10:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/hacking-des-britischen-aussenministeriums-gefahr-fuer-infrastruktur-aus-russland
tags: []
publisher: "XAB.info"
---

# Hacking des britischen Außenministeriums: Wie eine Schwachstelle bei Fortinet den Zugang zur kritischen Infrastruktur öffnete

![Hacker in einer Kapuze arbeitet an einem Computer mit mehreren Monitoren, was einen Cyberangriff auf das britische Außenministerium über eine Fortinet-Schwachstelle symbolisiert](https://xab.info/media/2026/07/06/vzlam-britanskogo-mida-ugroza-infrastrukture-iz-rossii/vzlam-britanskogo-mida-ugroza-infrastrukture-iz-rossii-1.webp)

In Großbritannien tobt ein massiver Skandal rund um die Cybersicherheit staatlicher Einrichtungen. Russische Hacker erlangten unbefugten Zugriff auf E-Mail-Konten britischer Beamter und Mitarbeiter des Außenministeriums (FCO). Nach Ansicht von Experten wurde der Angriff durch die Ausnutzung einer kritischen Schwachstelle in den Firewalls des Unternehmens Fortinet ermöglicht, was es den Angreifern erlaubte, die Schutzsysteme zu umgehen, die die kritische Infrastruktur des Landes absichern.

### Umfang der Datenkompromittierung

Der Hack betraf mehr als 80.000 Geräte, die Fortinet-Hardware nutzen. Die Angreifer nutzten zuvor gestohlene Daten, um Zugang zu den internen Netzen des britischen Außenministeriums zu erhalten. Zu den kompromittierten Konten gehörten die Accounts von Mitarbeitern der britischen Botschaften in Thailand und auf Mauritius sowie von Beamten aus den Regionen Derbyshire und Waltham Forest im Osten Londons.

Die Situation wird dadurch verschärft, dass die gestohlenen Logins und Passwörter bereits auf Darknet-Foren zum Verkauf ausgestellt sind. Der Preis für den Zugang zu diesen Daten beläuft sich auf bis zu 60.000 US-Dollar (ca. 44.000 Pfund Sterling). Der Zugang zu den gestohlenen Ressourcen wird von einem Nutzer mit dem Pseudonym „SantaAd“ angeboten.

### Gefahr für Gesundheitswesen und Energiesektor

Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass unter den gestohlenen Daten Schlüssel zu Systemen des National Health Service (NHS), Energieunternehmen und Arzneimittelzulieferern enthalten sind. Der Cybersicherheitsexperte und ehemalige NHS-Arzt Saif Abed warnte davor, dass der Datenleck zu einem „katastrophalen“ Vorfall führen könnte, der die Sicherheit der Patienten direkt bedroht.

„Dies ist genau die Art von Angriff, die der erste Schritt zu großangelegten Ransomware-Angriffen ist“, erklärte Abed. Experten ziehen Parallelen zum Vorfall im Juni 2024, als Hacker, die wahrscheinlich mit Russland in Verbindung stehen, das System des pathologischen Labors Synnovis hackten. Infolge dieses Angriffs wurden mehr als 1.000 Operationen und 2.000 Arzttermine abgesagt.

### Technische Details und Reaktion der Behörden

Der Cybersicherheitsforscher Wladimir Djatschenko, der die Sicherheitslücke als Erster entdeckte, berichtete, dass die Hacker Zugang zu den „Hauptnetzwerken“ des Außenministeriums erlangten. Nach seinen Worten hat der Angriff das Potenzial, sich auf andere Behörden auszubreiten. Die Analyse des für den Angriff verwendeten Codes zeigte, dass dieser auf Russisch verfasst wurde.

Das britische Nationale Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) bestätigte offiziell den Angriff mittels „Brute-Force“-Methoden auf Fortinet-Systeme. Die Behörde veröffentlichte eine dringende Warnung und befahl Organisationen, ihre Netzwerke unverzüglich zu überprüfen und kompromittierte Geräte zu isolieren.

### Geopolitischer Kontext

Obwohl es derzeit keine direkten Beweise für die Beteiligung des russischen Staates an diesem spezifischen Angriff gibt, geht man in Großbritannien davon aus, dass der Kreml die Aktivitäten von Hackern, die von russischem Territorium aus operieren, bewusst ignoriert und sie als Instrument zur globalen Destabilisierung nutzt.

Dieser Vorfall fügt sich in das Gesamtbild der Eskalation des Cyberkonflikts ein. Kürzlich entdeckte die Google Threat Intelligence Group einen neuen Spionage-.NET-Backdoor namens STOCKSTAY, den Hacker der Gruppe Turla gegen Militärs und Regierungsstellen in der Ukraine sowie europäische diplomatische Behörden einsetzen. Zuvor wurde auch berichtet, dass der ukrainische Sicherheitsdienst zusammen mit dem FBI russische Geheimdienste bei systematischen Versuchen, Messenger-Dienste von Beamten in der Ukraine, Europa und den USA zu hacken, entlarvt hat.