Am Abend des 1. Juni ereignete sich ein resonanter Vorfall im russischen Informationsraum. Im Telegram-Kanal des Abgeordneten des Staatsduumas Andrei Gurulew erschien eine Veröffentlichung mit kritischen Thesen für das russische Verteidigungsministerium. Der Autor des Beitrags behauptete, dass der Vormarsch der russischen Truppen aufgrund einer „Drohnenwand“ verlangsamt worden sei, und berichtete über eine angeblich getroffene Entscheidung, im Herbst eine neue Welle der Mobilisierung auszurufen.

Die Veröffentlichung berührte auch logistische Fragen und wies auf einen Mangel an Treibstoff im Süden Russlands sowie die Verwundbarkeit der Autobahn „Noworossija“ gegenüber Angriffen ukrainischer UAV hin. Der Text löste eine breite Resonanz aus und verbreitete sich sofort in den sozialen Medien.

Andrei Gurulew widerlegte die Informationen jedoch umgehend und nannte sie eine Provokation und das Ergebnis eines Hacks seines Accounts. Der Abgeordnete erklärte, dass die Texte im Kanal nicht von ihm geschrieben worden seien und der Account von „Feinden“ gestohlen worden sei. In seiner Erklärung betonte der Parlamentarier: „Ich habe keinen Telegram-Kanal. Das ist nicht mein Telegram-Kanal“.

Die offizielle Widerlegung wurde auf der Seite des Abgeordneten im russischen Messenger MAX veröffentlicht – einer nationalen Plattform, die vom VK-Konzern aktiv eingeführt wird. Gurulew rief die Bürger auf, sich nicht von Provokationen täuschen zu lassen und keinen Falschmeldungen zu glauben, die von der gehackten Ressource stammen.

Es ist erwähnenswert, dass dies bereits nicht der erste Vorfall mit den Accounts des Abgeordneten ist. Ende Mai wurde sein Telegram-Kanal ebenfalls gehackt. Damals veröffentlichten Betrüger eine gefälschte Spendenaktion in Kryptowährung angeblich für den Kauf von Drohnen für die Luftlandetruppen und sandten den Abonnenten persönliche Nachrichten mit Forderungen nach Geld.

Gegenwärtig versuchen technische Spezialisten, den Zugang zum Kanal wiederherzustellen. Der provokative Beitrag wurde gelöscht oder widerrufen, die Diskussion über den Vorfall geht jedoch weiter.