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title: "HAKS prüft die Inhaftierung der „Muse“ Iwachnenko im Callcenter-Prozess: Staatsanwaltschaft fordert 50 Millionen Hrywnja Kaution"
description: "Der HAKS prüft am 7. September den Antrag der SAP auf Inhaftierung der 24-jährigen Elisawet Iwachnenko („Muse“) im Callcenter-Fall am Büro des Generalstaatsanwalts. Die Staatsanwaltschaft fordert Untersuchungshaft mit 50 Millionen Hrywnja Kaution."
date: 2026-09-07T07:26:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/haks-muse-ivachnenko-callcenter-karthago
tags: [ukraine, anti-corruption, vak-s, nabu, sap, call-centers, prosecutor-general, carthage-case]
publisher: "XAB.info"
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# HAKS prüft die Inhaftierung der „Muse“ Iwachnenko im Callcenter-Prozess: Staatsanwaltschaft fordert 50 Millionen Hrywnja Kaution

![Daria Iwachenko im Gerichtssaal des Obersten Gerichtshofs der Ukraine während der Verhandlung über ihre Festnahme im Callcenter-Fall](https://xab.info/media/2026/09/07/vaks-muza-ivakhnenko-kol-tsentry-karften/vaks-muza-ivakhnenko-kol-tsentry-karften-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Die SAP beantragt für Iwachnenko („Muse“) Untersuchungshaft mit 50 Mio. Hrywnja Kaution im Callcenter-Fall am Büro des Generalstaatsanwalts
- Die Operation „Karthago“ deckte das Schema der Schutzherrschaft über betrügerische Callcenter innerhalb des Büros des Generalstaatsanwalts auf
- Der HAKS schickte am 6. September Krapiw bis zum 2. November in Untersuchungshaft mit 120 Mio. Hrywnja Kaution
- Generalstaatsanwalt Krawtschenko dementierte den Zusammenhang der NABU-Aufnahmen mit sich und der Staatsanwaltschaft

Am Höchsten Antikorruptionsgericht (HAKS) wird weiterhin über die Wahl der Untersuchungshaft für die 24-jährige Elisawet Iwachnenko verhandelt, die in den Akten der Antikorruptionsbehörden unter dem Codenamen „Muse“ geführt wird. Die junge Frau ist in dem prominenten NABU-Fall „Karthago“ involviert, der die Schutzherrschaft einer kriminellen Gruppe innerhalb des Büros des Generalstaatsanwalts über betrügerische Callcenter betrifft. Wie RBC-Ukraine unter Verweis auf die Übertragung der Verhandlung berichtet, begann die Prüfung bereits am Vortag, am 7. September wurde der Prozess fortgesetzt. Die Anklagevertreter bestehen auf der strengsten Variante – der Untersuchungshaft.

### Antrag der Staatsanwaltschaft: Haft mit 50 Millionen Hrywnja Kaution

Ein Staatsanwalt der Spezialisierten Antikorruptionsstaatsanwaltschaft erklärte in der HAKS-Verhandlung, dass für Iwachnenko Untersuchungshaft mit der Möglichkeit der Kautionserstattung angeordnet werden müsse. Die Höhe der Kaution setzte die Staatsanwaltschaft auf 50 Millionen Hrywnja fest. Dies ist deutlich niedriger als die Summe, die zuvor für einen anderen Beschuldigten des Falls – Sergej Krapiw, stellvertretender Leiter der internationalen Abteilung des Büros des Generalstaatsanwalts – gefordert wurde, für den die SAP eine Kaution von 200 Millionen Hrywnja beantragt hatte. Der Unterschied in den Beträgen kann auf einen unterschiedlichen Grad der Beteiligung der Beschuldigten an dem nach Ansicht der Ermittler kriminellen Schema hinweisen.

### Operation „Karthago“: Was über das kriminelle Schema bekannt ist

Am 4. September hatten die Antikorruptionsbehörden die Durchführung der Spezialoperation „Karthago“ gegen eine organisierte kriminelle Gruppe bekannt gegeben, die innerhalb des Büros des Generalstaatsanwalts agiert hatte. Nach Ansicht der Ermittler „schützte“ diese Struktur ein Netzwerk betrügerischer Callcenter und wäscht die auf illegale Weise erlangten Mittel. Am selben Tag nahmen die Ermittler des NABU Sergej Krapiw fest. Am Folgetag, dem 5. September, reagierte das Büro des Generalstaatsanwalts offiziell auf die nächtlichen Durchsuchungen: Die Behörde erklärte ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Ermittlung, versprach gleichzeitig jedoch zu prüfen, ob die NABU-Ermittler bei den Durchsuchungen der Büros der Führung über die vom Gericht genehmigten Befugnisse hinausgegangen seien.

### Reaktion des Generalstaatsanwalts und das Schicksal Krawiws

Am 6. September kommentierte Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko erstmals öffentlich die Situation um den Fall. Er dementierte Gerüchte über sein „Verschwinden“ und teilte mit, dass der beschuldigte Mitarbeiter bereits von seinem Amt suspendiert und seine Entlassung vorbereitet werde. Am selben Tag beantragte die SAP beim Gericht, für Krapiw Untersuchungshaft mit einer Kaution von 200 Millionen Hrywnja anzuordnen. Am Abend des 6. September kam der HAKS dem Antrag teilweise nach: Krapiw wurde bis zum 2. November in Untersuchungshaft mit der Möglichkeit der Kautionserstattung in Höhe von 120 Millionen Hrywnja versetzt – 80 Millionen weniger, als die Staatsanwaltschaft gefordert hatte.

### Widersprüchliche Angaben

In den öffentlichen Erklärungen der Parteien des Falls sind bestimmte Uneinigkeiten zu beobachten. Einerseits erklärte das Büro des Generalstaatsanwalts am 5. September seine „Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Ermittlung“, stellte gleichzeitig jedoch die Rechtmäßigkeit der Handlungen der NABU-Ermittler in Frage und versprach zu prüfen, ob diese die vom Gericht festgelegten Grenzen überschritten hätten. Andererseits erklärte Krawtschenko in der Nacht des 7. September, kommentierend neue Erwähnungen seiner Person in den NABU-Aufnahmen, dass die festgehaltenen Gespräche „einfach Gespräche“ seien und weder mit ihm persönlich noch mit der Staatsanwaltschaft als Institution zu tun hätten. Damit hat sich die Position der Behörde von formeller Zusammenarbeit zu einer öffentlichen Dementierung des Inhalts der Aufnahmen entwickelt, was einen Widerspruch zwischen der erklärten Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Ermittlung und der tatsächlichen Ablehnung der Beweislage des NABU erzeugt.

### Kontext und weitere Perspektiven

Der Fall „Karthago“ ist einer der resonantesten Antikorruptionsprozesse in der Ukraine der letzten Monate. Die Ermittlung betrifft die höchsten Ebenen der Strafverfolgungsbehörden, was ihr eine außergewöhnliche politische und gesellschaftliche Bedeutung verleiht. Die Entscheidung des HAKS in Bezug auf Iwachnenko, wie auch die vorherige Entscheidung zu Krawiws, wird als Indikator dafür beobachtet werden, wie konsequent das Gericht die Beweise in Fällen bewertet, die mit den Sicherheitsstrukturen zusammenhängen. Das Ergebnis der Verhandlung zu Iwachnenko wird in Kürze erwartet.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [Callcenter-Fall: SAP beantragt Haft mit Kaution für die „Muse“ Iwachnenko](https://www.rbc.ua/ukr/news/sprava-kol-tsentri-sap-prosit-aresht-zastavoyu-1788765769.html) - РБК-Украина подтверждает факт рассмотрения дела Ивахненко в ВАКС, размер залога 50 млн гривен, кодовое имя «Муза», возраст 24 года, хронологию операции «Карфаген» с 4 по 7 сентября.

## ❓ FAQ

### Q: Wer ist Elisawet Iwachnenko und was hat das mit dem Büro des Generalstaatsanwalts zu tun?
**A:** Sie ist 24 Jahre alt und wird in den Akten des Falls unter dem Codenamen „Muse“ geführt. Nach Ansicht der Ermittler ist sie in einer kriminellen Gruppe involviert, die innerhalb des Büros des Generalstaatsanwalts agierte und betrügerische Callcenter „schützte“.

### Q: Welche Kaution fordert die Staatsanwaltschaft für Iwachnenko?
**A:** Die SAP beantragt die Anordnung von Untersuchungshaft mit der Möglichkeit der Kautionserstattung in Höhe von 50 Millionen Hrywnja.

### Q: Was ist mit Sergej Krapiw passiert?
**A:** Am 6. September schickte der HAKS ihn bis zum 2. November in Untersuchungshaft mit der Möglichkeit der Kautionserstattung in Höhe von 120 Millionen Hrywnja. Zuvor hatte die SAP eine Kaution von 200 Millionen Hrywnja beantragt, aber das Gericht senkte den Betrag.

### Q: Was erklärte Generalstaatsanwalt Krawtschenko über die NABU-Aufnahmen?
**A:** In der Nacht des 7. September erklärte Krawtschenko, dass die auf den NABU-Bändern festgehaltenen Gespräche „einfach Gespräche“ seien und weder mit ihm persönlich noch mit der Staatsanwaltschaft als Institution zu tun hätten.