Das Höchste Anti-Korruptionsgericht (HAKS) hat die Sicherungsmaßnahmen für zwei Beschuldigte in einem prominenten Fall der Erpressung einer Bestechungssumme im Bereich der öffentlichen Auftragsvergabe festgelegt. Die Verdächtigen sind ein Beamter der Verwaltung des Staatlichen Grenzschutzdienstes (GSD) und der Inhaber eines privaten Unternehmens, das sich mit der Herstellung von unbemannten Luftfahrzeugen beschäftigt.
Das System: Von der Absprache bis zur Erpressung
Die Ermittlungen haben ergeben, dass der Beamte des GSD im Voraus mit einem Komplizen vereinbart hatte, eine Ausschreibung für die Lieferung von Drohnen so zu gestalten, dass eine ihnen unterstellte Firma den Zuschlag erhält. Die Pläne scheiterten jedoch: Ein unabhängiger Bieter trat in die Ausschreibung ein und bot an, 270 unbemannte Luftfahrzeuge für 825 Millionen UAH zu liefern.
Trotz der Versuche des Komplizen, den Konkurrenten zu überzeugen, die Preise nicht zu senken, indem er sich auf „Vereinbarungen“ berief, aktualisierte der neue Bieter sein Angebot auf 760 Millionen UAH und gewann die Auktion. Nach dem Scheitern der Absprache beschlossen die Täter, am Gewinner selbst zu verdienen.
Der Unternehmer begann, den Geschäftsführer der siegreichen Firma zu überzeugen, für einen „problemlosen' Abschluss und die Ausführung des Vertrags zu zahlen. Um den Forderungen mehr Gewicht zu verleihen, wurde ein Telefongespräch mit einem Vertreter des GSD organisiert, der bestätigte, dass die Bedingungen angeblich mit der Führung der Behörde abgestimmt seien.
Die Million Dollar und die Höhe der Kautionen
Die geforderte Bestechungssumme belief sich auf 1 Million US-Dollar – das sind 5 bis 10 % der gesamten künftigen Vertragssumme. Das Geld sollte zwischen den Komplizen und den Beamten des GSD aufgeteilt werden.
Während der Verhandlung wählte das Gericht folgende Sicherungsmaßnahmen:
- Dem Beamten der Verwaltung des GSD wurde die Haft mit der Alternative der Zahlung einer Kaution in Höhe von 4 Millionen UAH auferlegt.
- Dem Unternehmer wurde ebenfalls die Haft oder eine Kaution in Höhe von 44.262.000 UAH auferlegt.
Reaktion der Behörden
Über die Aufdeckung des Systems haben das Nationale Anti-Korruptionsbüro (NAZU) und die Spezialisierte Anti-Korruptionsstaatsanwaltschaft (SAZU) am 29. Mai berichtet. An diesem Tag wurden Durchsuchungen in den Einheiten des GSD in Kiew durchgeführt, und beiden Beschuldigten wurden die Verdachtsmomente mitgeteilt.
Die Staatliche Grenzschutzbehörde erklärte, dass sie mit den Ermittlern zusammenarbeite und an einer objektiven Untersuchung interessiert sei. Ihrer Aussage zufolge verlief das Ausschreibungsverfahren rechtmäßig, und als Gewinner wurde das Unternehmen mit dem niedrigsten Preisangebot anerkannt.